ZIELSTERN-CON
DER BERICHT

 

DONNERSTAG, 6. Jänner 2004

Sag niemals nie

Am 7. und 8 Jänner 2005 war es wieder einmal soweit – der Wiener PERRY RHODAN-Stammtisch veranstaltete eine große Convention zu Ehren des Erben des Universums, aber auch zu eigenen Ehren. Bereits zum 100. Mal trafen sich Fans aus ganz Österreich in Wien, und dieser Anlass sollte gebührend gefeiert werden. Anfangs noch als »erweiterter Stammtisch« geplant (O-Ton der Veranstalter: Wir machen nie wieder einen Con!) entwickelte die Sache jedoch ein Eigenleben und endete schließlich als »Zielstern Con«, in Anlehnung an den Titel des 100. PERRY RHODAN-Romans. Es wurde im Vorfeld nicht viel Werbung gemacht, lediglich beim Franken-Con konnte man mit einem eigenen Stand und einem überdimensionalen Plakat etwas Aufsehen erregen. Trotzdem rannten die Fans und die Macher der Serie den Veranstaltern die Türen ein. Es gab sehr viele Interessenten für die Veranstaltung, und der anfangs als ungünstig befürchtete Termin Anfang Jänner stellte sich bald als sehr günstig heraus, da viel um diese Zeit Urlaub hatten.

Und so begann man zu planen. Einerseits sollte es ein gemütlicher Event werden, der nicht zu sehr ausartete, andererseits wollte man den Gästen natürlich auch etwas bieten. Wie üblich war es ein mühsamer, zeitintensiver und von Pleiten, Pech und Pannen durchwachsener Prozess, der bis in den ersten Tag des Cons hinein andauerte. Dazu gibt es von Eric ein ausführliches »Con-Tagebuch«, in dem von der Namensfindung für den Con bis zu den letzten Vorbereitungen im Veranstaltungslokal alles festgehalten wurde (Das Con-Tagebuch ist im Internet auf den Frostrubin-Seiten zu finden, außerdem gab es beim Con eine limitierte Heftausgabe)

Zwei bis drei Wochen vor dem Con begannen die Absagen. Zuerst nur einige wenige, von denen sich die Veranstalter noch nicht beirren ließen, doch in den letzten Tagen und sogar noch Stunden kulminierten die Hiobsbotschaften zu einer Absagenflut, wie sie bisher wahrscheinlich noch nicht viele Cons gesehen hatten.

Trotzdem gingen die Vorbereitungen unbeirrt weiter. Der Donnerstag vor dem Con-Wochenende war ein Feiertag und bot sich an, im Con-Lokal »Rugia«, das direkt neben dem Wiener Rathaus in einem privaten Kellergewölbe gelegen war, alle Arbeiten unter Beteiligung vieler Stammtischbesucher weitestgehend abzuschließen.

 

FREITAG, 7. Jänner 2004

Alles in letzter Sekunde

Auch der Freitagvormittag war noch von hektischer Betriebsamkeit geprägt – es wurde geklebt, gestempelt, ausgedruckt, eingekauft, gebadget und eingepackt, rasch ein Mittagessen eingenommen oder auch nicht, und um halbzwei Uhr war Treffpunkt beim Lokal. Dort wurden dann Kisten geschleppt, Brotkörbe, Beamer, Bücher, Bilder und vieles mehr. Man war zwar schon am Vortag im Lokal gewesen um einiges herzurichten, doch aufgrund des Feiertages hatte nur ein Teil der Arbeiten und Einkäufe erledigt werden können.

Als ab zwei Uhr schon die ersten Gäste kamen, liefen diese durchaus Gefahr, zum Kistentragen oder zum Tischeschleppen im Vortragssaal eingeteilt zu werden, da in der Hitze des Gefechtes nicht so eindeutig zu unterscheiden war, wer denn nun zur Stammtischmannschaft gehörte und wer Besucher war, aber es taten alle bereitwillig mit. Seitens der Organisatoren wurde jedoch vehement dementiert, dass man den freien Eintritt auf diese Weise wieder hereinbringen wollte. Tatsächlich hatte sich der Wiener P.R.-Stammtisch mit dieser Veranstaltung gewaltig in Unkosten gestürzt, schließlich war das Lokal anzumieten und auszustatten und am Samstagabend musste eine Kabarettvorstellung finanziert werden. Sogar das Buffet am Freitag konnte um lediglich eine freiwillige Spende gestürmt werden, und das war in der Conszene bisher wohl ziemlich einzigartig.

Das Raumschiffmodell – die Space Jet CORBIN – war von Raimund Peter schon am Vortag aufgestellt worden, samt Beleuchtung, Spiegeln und rundherum an den Wänden mit mehreren Darstellungen des Raumschiffes auf großformatigen Fotopostern.

Das Buffet konnte natürlich nur am gleichen Tag zubereitet und angeliefert werden, und diese Aufgabe wurde wieder in die bewährte Betreuung von Lisi Ohri mit Unterstützung von Sohn Stefan und Mann Charly übergeben. Zum Leidwesen einiger Gäste wurde dazu der Billardtisch mit zwei großen Platten abgedeckt, um darauf die Speisen zu präsentieren. Und es war, wie angekündigt, ein »galaktisches Buffet«. Hier eine kleine Auswahl:

  • Hornschreck-Schotten (Mini-Dickmanns)
  • Maahks (keine Ahnung, was das war, aber es hat gut geschmeckt)
  • Loower-Augen auf Spieß (Fleischbällchen)
  • Gruß von Gucky (Karotten)
  • Bostich-Augen (Cocktail-Tomaten)
  • Frisch geschlüpfte Swoon-Babys (eingelegte Gurken)
  • Passierte Innereien aus dem im Stadium der Verwesung gehaltenen Leib der Kaiserin von Therm (Thunfischaufstrich)
  • Gruß der Posbis (Schraubensalat)
  • Geschmacksveredelte Maden, nach spezieller Art geklont, aus den Larven der Fadenwürmer vom Planeten Zabar-Ardaran aus der Galaxie Wassermal (Nudelsalat)

 

Der Fluch des Cons

Wie im Programm vorgesehen, trafen zunächst die deutschen Gäste ein – Dida Wengenmayr, Michael Rauter und Stefan Friedrich vom P.R.-Stammtisch Ernst Ellert aus München, die Kölner Partie mit Helmut Freisinger, Achim Mehnert, Hajo Kleimann und Bernd Krosta sowie Swen Papenbrock mit Marion. Leider verhindert waren Andy Schmid und Ernestine Gohr, ganz zu schweigen von den zahlreichen Ehrengästen und Referenten, die uns im Vorfeld – teilweise im wahrsten Sinne des Wortes in letzter Minute – abgesagt hatten: Hubert Haensel, Arndt Ellmer, Klaus Bollhöfener, Franz Miklis, Olivier Lendl sowie der Star Wars Fanclub. Einige sprachen schon vom »Fluch des Cons«, weil diese Häufung an Krankheits- und Todesfällen sowie arbeitsbedingten Verhinderungen wirklich ungewöhnlich war. Da galt es zu improvisieren, was das Zeug hielt, und vor allem so, dass die Gäste nicht allzu viel von den niederschmetternden und frustrierenden Pannen mitbekamen. Aber der guten Stimmung nach dürfte das so einigermaßen gelungen sein.

Der dritte Mann

»Wienführung für die deutschen Gäste« stand am frühen Nachmittag auf dem Programm. Es war lange nach einem originellen Thema für diese Wien-Aktivität gesucht worden, aber vor allem die Kanalführung war aufgrund von Bauarbeiten nicht möglich. Entgegen der Hoffnungen der Veranstalter wurde dieser Veranstaltungspunkt von den Gästen doch noch reklamiert, und so wurde in aller Eile eine Route durch die Innenstadt zusammengestellt. Einer der möglichen Wienführer war nicht da, ein zweiter – Thomas – war noch mit der Buffetbestückung beschäftigt, und so wurde verzweifelt nach einem dritten Mann gesucht und auch einer gefunden – Martin stellte sich zur Verfügung und schleifte das deutsche Grüppchen, dem sich auch einige Einheimische anschlossen, durch die Innenstadt, erklärte, was Manner-Schnitten sind und ließ auch eine Besichtigung des Stephansdoms nicht aus.


 

Zahn um Zahn

In der Zwischenzeit gingen die Vorbereitungsarbeiten weiter – für die Bilder gab es keine geeigneten Schnüre zum Aufhängen, und so fuhr Wolfgang mit Michi Wittmann, der bei dieser Gelegenheit auch gleich seine vergessenen Bilder von zu Hause holte, noch rasch einkaufen, und mit hängender Zunge schaffte man es noch, den großen Saal halbwegs rechzeitig fertig herzurichten, bevor der große Gästeansturm kam.

Mittlerweile war auch der Briefmarkenverkauf angelaufen. Der Wiener P.R.-Stammtisch hatte als eine der großen Überraschungen für diesen Con die erste offizielle PERRY RHODAN-Briefmarke der Welt kreiert, natürlich in Abstimmung mit VPM. Dabei handelte es sich um eine sogenannte »personalisierte Briefmarke« der Österreichischen Post, die man ab einer Mindestauflage von 200 Stück bei der Österreichischen Staatsdruckerei in Auftrag geben kann. Diese Briefmarken haben einen aufgedruckten Wert von 55 Cent und sind voll frankaturgültig. Natürlich sollte man diese Marken nur für besondere Gelegenheiten verwenden, da die Herstellung ein Vielfaches kostet. Die Auflage betrug 2.500 Stück, und ein Großteil der philatelistischen Kostbarkeit konnte beim Con bereits an die Sammler verkauft werden, als Bogen, als Einzelmarke oder auf einem Schmuckkuvert mit dem Ortstagesstempel. Auch Dida Wengenmayr ließ es sich nicht entgehen, mit der Briefmarke zahlreiche Poststücke anzufertigen. Im Con-Buch ist ein ausführlicher Werkstattbericht enthalten, der auch in der nächsten Ausgabe der SOL nachzulesen sein wird.


 

Ein gewichtiges Werk

Für jeden Besucher war als kleines Geschenk eine Ausgabe des Con-Buches, der Publikation des Stammtisches zum 100. Jubiläum, reserviert. 160 Seiten im klebegebundenen Softcover mit farbigem Umschlag wurden von Erich zusammengestellt und von Martin gebunden, tatsächlich beteiligt waren natürlich wesentlich mehr Stammtischfans, die kopiert, korrekturgelesen und Seiten zusammengetragen haben. Fast alle Ehrengäste hatten Beiträge beigesteuert, sowohl Autoren als auch Zeichner, außerdem sind im Buch persönliche Beiträge der Fans und viele Fotos enthalten. (Das Con-Buch kann beim Wr. Stammtisch um 5 Euro plus Porto bezogen werden und wird auch bei allen Veranstaltungen erhältlich sein, bei denen Wiener Fans anwesend sind). Zusätzlich gab es noch eine nummerierte und auf 25 Stück limitierte Hardcover-Ausgabe, die insbesondere für die Ehrengäste und die Organisatoren gedacht war.


 

Die Schlacht am kalten Buffet

Um 19 Uhr begann der offizielle Stammtisch-Con-Abend. Mittlerweile waren alle Ehrengäste, die nach der »Absagenorgie« noch übriggeblieben waren, eingetroffen, und nach einer kurzen Ansprache von Wolfgang wurde das Buffet eröffnet – und gleich darauf gestürmt. Es war fast zu schade, dieses Feuerwerk an Originalität und Kreativität zu zerstören, doch der Hunger war stärker. Bei einigen war er so stark, dass sie sich sogar aus der Schüssel mit dem »Gruß der Posbis« einige richtige Schrauben auf den Teller legten. Da bis jetzt aber noch keine Schadenersatzforderungen für Zahnarztrechnungen beim Stammtisch eingegangen sind, darf vermutet werden, dass noch rechtzeitig bemerkt wurde, dass es sich dabei um Dekorationsstücke gehandelt hatte.

Getränke konnte man an der Schank bekommen, wo Andreas unverwüstlich die Stellung hielt, obwohl er gesundheitlich angeschlagen war. Die Preise waren moderat, um beim Bier musste bereits nach dem ersten Tag Nachschub besorgt werden. Leider gibt es keine Fotos von der Kaffeezubereitung – offenbar war die Kaffeekanne zu Bruch gegangen, und so wurde auf einem Bierglas der Filterteil provisorisch befestigt und in die Maschine gegeben; danach musste der Kaffee aus dem Krügelglas in ein kleines Kaffeehäferl umgeleert werden. Für diese akrobatische Meisterleistung war der eine Euro pro Tasse wirklich wohlfeil.


 

Enthüllungen und Ehrungen

Das Highlight des Abends war jedoch zweifelsohne die Präsentation der ersten PERRY RHODAN-Briemarke der Welt! Zwar hatte es in der Vergangenheit schon viele P.R.-Philatelie-Produkte gegeben, für die maßgeblich Dida Wengenmayr verantwortlich war, doch eine offizielle, frankaturgültige Marke einer Postverwaltung war bisher einmalig. Möglich war dies durch eine Entscheidung der österreichischen Post, sogenannte »personalisierte Briefmarken« zu ermöglichen, und nach Absprache mit VPM stand der Herstellung dieser kleinen gezähnten Kostbarkeit mit einem P.R.-Motiv des Malers Casaro, das entsprechend angepasst wurde, nichts mehr im Weg. Wolfgang und Erich enthüllten stolz eine vergrößerte Darstellung der Marke, die an diesem Freitag ihren »Ersttag« hatte.

Als besonderes »Goodie« und Überraschung für Dida Wengenmayr war ein einziger Umschlag mit einem Stempel vom 24.12.2004 hergestellt worden. An diesem Tag feierte Dida seinen 60. Geburtstag und jetzt erhielt das Kuvert sowie die DBZ – Didas Briefmarken-Zeitung – von seinem Münchner Stammtischkollegen Stefan Friedrich überreicht.

Doch auch der Wiener Stammtisch erhielt ein Geschenk von den Münchner Kollegen überreicht, nämlich ein gerahmtes 100er-Bild mit dem Ellert-Motiv von Swen Papenbrock.

Es wurde ein langer, gemütlicher Abend. Es wurde gegessen, getrunken, geplaudert, gezeichnet und fotografiert, was das Zeug hielt. Der guten Stimmung tat es auch keinen Abbruch, als bei der geplanten Miternachtseinlage, dem SF-Film »Heavy Metal«, die Technik streikte und der alte VHS-Recorder nicht mit dem Beamer konnte oder wollte.

Es war wohl lange nach Mitternacht, als die letzten Gäste aufbrachen.

 

SAMSTAG, 8. Jänner 2004

Vorspiel

Wien um acht Uhr morgens am Samstag – die Straßen menschenleer, kalter Wind, und so ganz hell war es auch noch nicht, als sich ein kleines Grüppchen der Stammtischleute vor dem Lokal versammelte und auf das Eintreffen des Schlüsselmeisters Wolfgang wartete.

Im Saal wurden die Tischgruppen des Vorabends gegen eine durchgehende Bestuhlung ausgetauscht, das Buffet wurde befüllt und die Technik auf Vordermann gebracht. Bereits ab neuen Uhr, dem Einlass, kamen die ersten Besucher und konnten bis zur offiziellen Eröffnung um zehn Uhr die ausgestellten Bilder von Michi Wittmann, Reinhard Habeck, Swen Papenbrockl und Franz Miklis sowie das Modell der Spcae-Jet von Raimund Peter bewundern oder Briefmarken, Kuverts und Postkarten kaufen.

Mit kleiner Verspätung wurde das Eröffnungsvideo gestartet. Michael Rauter hatte dem Stammtisch freundlicherweise das aktuelle PROC-Video zur Verfügung gestellt und den Beginn sogar mit einer eigenen Begrüßung für den Wiener Con besprochen!

Während man sich im Saal in aller Ruhe dem Film ansah, gab es im Vorraum hektische Diskussionen über das Programm. Arndt Ellmer war ausgefallen, Leo Lukas konnte erst am Nachmittag, Swen Papenbrock wollte ins Kunsthistorische Museum mitgehen, Michi Thurner war auch erst nach der Mittagspause geplant, und gerade erst hatten die Star Wars Fans ihren Vortrag am Nachmittag abgesagt. Was also tun mit diesem Scherbenhaufen, der einstmals ein Programm war? Schließlich wurden doch Lösungen gefunden, und es waren nicht die schlechtesten, weil im Nachhinein eigentlich alles ablief, als wäre es schon immer so geplant gewesen – unterhaltsam, ohne Hektik und ohne Pausen, man hatte den Eindruck, als wäre weniger mehr gewesen.


 

Von der zweiten in die dritte Dimension

Den Beginn machte Swen Papenbrock, moderiert von Wolfgang. Der Saal war zwar noch nicht voll, aber gut besetzt, als Swen tiefe Einblicke in seine zeichnerische Arbeit gab und auch auf die PERRY RHODAN-Figuren zu sprechen kam, die in Kürze erscheinen werden. Es gab einen sehr interessanten Vortrag samt Diskussion über Maltechniken, Motivgestaltung sowie die organisatorische Arbeit rundherum. Wenn nicht die Mittagspause angesagt worden wäre, hätten die Besucher bei diesem Programmpunkt sicher noch eine weitere Stunde ausgehalten.

Jetzt begann die heiße Phase für die Küche. Es gab Frankfurter Würstel, Debreziner und Gulasch-Bohnen-Suppe sowie Aufstrichbrote. Bevorzugt bedient wurde ein kleines Grüppchen um Michael Wittmann, das gleich nach dem Essen ins Kunsthistorische Museum aufbrach. Der Illustrator hatte angeboten, interessierte Gäste durch das Museum zu führen und einige interessante Bilder näher zu erklären und herzuzeigen, und dieses Angebot wurde rege in Anspruch genommen.

Der neue P.R.-Autor

Nach der Mittagspause ging das Programm im Con-Lokal um 15 Uhr weiter. Michael Marcus Thurner, unser neuer PERRY RHODAN-Autor, stand den Besuchern Rede und Antwort. Moderiert von Roman wurde es ein sehr kurzweiliger Vortrag, bei dem Michael in seiner bekannten Art über seine Arbeit, sein Leben und Gott und die Welt erzählte. Er meinte zwar, im Con-Buch würde schon alles Wissenswerte über ihn stehen, aber es gelang den Fans doch noch, ihm einige weitere interessante Aussagen und Statements zu entlocken. So gab er etwa preis, dass er gerne vollkommen fremdartige Wesen kreieren oder das »fade Gesicht« Julian Tifflor interessanter machen würde. Für die PERRY RHODAN-Serie hat Michael mittlerweile zwei Romane abgeliefert, an seinem dritten, der Nummer 2280, arbeitet er gerade, und es wird ein »aufklärender« Band, der für ihn eine große Herausforderung war. Auch zum Thema »Zensur« äußerte sich der Autor – trotz Selbstzensur und den Streichungen des Lektors gibt es immer noch Beschwerdebriefe von Fans. Und was zukünftige Projekte betrifft – wenn ihm neben P.R, noch Zeit bleibt, möchte er einen historischen Krimi schreiben.

Bei der Planung des Cons hatte sich Michael Marcus vehement geweigert, die Bühne zu betreten, aber es war ein souveräner Auftritt, der den Gästen sichtlich gefallen hatte. Der Saal war diesmal vollbesetzt, zuletzt auch durch die zurückgekehrten Museumsbesucher. Anschließend wurden natürlich viele MADDRAX- und BAD EARTH-Romane signiert – der allererste PERRY RHODAN-Roman lag leider noch nicht vor und würde erst eine Woche nach dem Con erscheinen.

1.500 Worte

Achim Mehnert, P.R.-Taschenbuchautor und Ehrengast des Cons, hatte sich spontan angeboten, für einen der ausgefallenen Programmpunkte einzuspringen. Auch das Thema für den Beitrag war rasch gefunden – er würde die drei Siegerstorys des Storywettbewerbes vorlesen. Nach einer kurzen Vorstellung der Gewinner – Platz Eins ging an »Murphys Gebot« von Georg Holeczko aus Lüneburg, der unter dem Pseudonym G.H. Johannsen schreibt, Platz Zwei ergatterte »Springer« von Andreas Raabe aus Altenbeken, ebenfalls Deutschland und Platz Drei erreichte »Traumwelt« von Jürgen Kowalczyk aus Karlsruhe – machte Achim es sich am Podium mit einem Bier gemütlich und machte einen sehr kurzweiligen Vortrag der Geschichten.

In einer kurzen Pause erfolgte der Aufbau für den Beitrag von Reinhard Habeck. Obwohl – Pausen gab es bei diesem Con eigentlich gar nicht. Es gab ständig etwas zum Schauen, Plaudern, Essen und Trinken, Lesen, Signieren, Zeichnen oder nur Unterhalten, und genau genommen hätte man das ganze auch umgekehrt sehen können, nämlich dass die Pausen für die Vorträge genutzt wurden. Aber das ist auch durchaus der Sinn eines Cons.

Ungelöste Rätsel

Reinhard Habeck kam gut präpariert zu seinem Vortrag über die »Unsolved Mysteries«. Er hatte viele Dias dabei, einige Anschauungsobjekte, eine Stoffpuppe seiner Figur »Rüsselmops«, eine seiner neuen chinesischen Sternzeichenfiguren (die es in Österreich leider noch nicht zum Kaufen gibt) sowie etliche seiner Bücher, die er nach dem Vortrag signierte und bezeichnete und die weggingen wie die warmen Semmeln. Reinhard berichtete zuerst über allgemeine unerklärliche Phänomene, wie etwa die Ebene von Nasca, und ging dann auf spezielle Themen ein, unter anderem auf den 2.500 Jahre alten Keramikkopf, der Perry Rhodan wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

Im Con-Buch findet sich zu diesem Thema auch ein ausführlicher, informativ und zugleich satirisch geschriebener Beitrag des Autors mit vielen Fotos.

Auch dieser Vortag hätte ohne weiteres noch eine Stunde länger dauern können, soviel Material und Interesse war da, allerdings wäre man dann trotz der vielen Absagen schön langsam in Terminschwierigkeiten gekommen.

Und so ist es wirklich …

Und der nächste Vortragende wartete schon. ESA-Mitarbeiter Norbert Frischauf lud zu einem virtuellen Spaziergang durch die ISS und berichtete über Projekte der realen Raumfahrt.

Wer jetzt nicht weiß, was die »ISS« ist – dabei handelt es sich um die Internationale Raumstation, eben die »International Space Station«, die 1998 zusammengedockt und zusammengebaut wurde und seit dem Jahr 2000 eine permanente Besatzung hat. Für sechzehn Partner-Nationen begann damit »eine neue Ära in der Geschichte der bemannten Raumfahrt für die Menschheit«. Mit Hilfe eines Beamers wurde die Computer-Simulation an die Wand projiziert, und Norbert erläuterte sehr unterhaltsam den Aufbau der Station und die Funktion der verschiedenen Einrichtungen.

Im Vorraum waren während der Vorträge im großen Saal Signier- und Zeichenstunden angesagt. In aller Ruhe und ohne Stress konnte man sich von Reinhard Habeck, Michael »Witti« Wittmann und Swen Papenbrock nette Karikaturen und Zeichnungen anfertigen lassen, außerdem hatte Swen viele Farbkopien seiner Werke dabei, die er verkaufte und natürlich signierte. An der Schank hielt Andreas Leder, der übrigens die neueste Ausgabe seines Fanzines »Future Magic« dabei hatte, unverwüstlich die Stellung, auch wenn er im Laufe des späteren Abends wegen einer Mittelohrentzündung w.o. geben musste. Und am Empfangspult, wo eine Gästeliste sowie das Con-Buch auflagen, hatten es sich einige Damen gemütlich gemacht.


 

Perry muss weg!

Der nächste Programmpunkt war die »Elefantenrunde« – alle aktiven PERRY RHODAN-Mitarbeiter fanden sich auf der Bühne zusammen, um dem Publikum Rede und Antwort zu stehen. Zunächst konzentrierten sich die Fragen auf Swen Papenbrock, da dieser noch an diesem Abend seinen Zug erreichen und deshalb früher aufbrechen musste. Und die Fragen an die versammelten Promis waren zahlreich. Keine peinlichen Pausen, sondern unzählige Fragen aus dem Publikum. Dazwischen auch immer wieder witzige Einlagen, um nicht zu sagen Performance, als etwa beim Thema »Unsterblichensterben« lauthals gefordert wurde: »Perry muss weg!« Es wurden Szenarien für den Fortgang der Serie ohne den Erben des Universums erstellt, die schließlich in »Perry Roman – der Erbe des Erben des Universums« gipfelten und von Michael Wittmann im späteren Verlauf des Abends für die Versteigerung auch bildlich festgehalten wurden.

Am Ende der Fragenrunde kam auch noch Andreas Findig auf die Bühne, um auf die kommende Autorenwerkstatt hinzuweisen, zu der er auch Ernst Vlcek überreden konnte, mitzumachen.

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten …

Jetzt ging es Schlag auf Schlag – nur zehn Minuten gab es, um sich an der Schank zu stärken und small talk zu führen, dann begann die große Versteigerung von PERRY RHODAN-Devotionalien. Unter anderem gab es einen original Rüsselmopsstrip aus einem P.R.-Roman von Reinhard Habeck, die vorhin erwähnte »Perry Roman« Zeichnung von Michael Wittmann, Coco Zamis Bücher von Ernst Vlcek, Garching-DVDs vom Münchner Stammtisch und vieles mehr. Raimund Peter stellte seine sechs ausgehängten Foto-Poster zur Verfügung, die ebenfalls gute Preise erzielten. Und zuletzt wurde ein Kunstflug mit Norbert Frischauf versteigert, bei dem für einige Sekunden Schwerelosigkeit simuliert wird. Familie Ohri und Leo Lukas, der diesen Flug für seine Claudia ersteigern wollte, kämpften hart, aber zuletzt gewann dann doch Charly für einen schönen Beitrag in die Con-Kassa.


 

Simmering und Sex

Eine große Überraschung gab es, als der Kabarettist die Bühne betrat. Dieser hatte sich nämlich schon einige Zeit vorher unerkannt, als Fan getarnt, unter die Besucher gemischt. Ursprünglich sollte der Abend von Olivier Lendl bestritten werden, der auch ein spezielles SF-Programm gebracht hätte, doch leider gab es eine kurzfristige Absage. Leo Lukas trieb noch kurzfristig einen Ersatzmann auf, und mit Pepi Hopf hatte er eine gute Wahl getroffen. Innerhalb kurzer Zeit gelang es den Kabarettisten, das Publikum in seinen Bann zu ziehen, baute sogar einige PERRY RHODAN-Sager ein und brachte den Saal zu Lachen. Zuerst gab er Geschichten über seine rebellische Jugend im Simmering zum Besten, dann spielte er einen einsamen Trinker und schließlich führte er »Sex nach 15 Jahren Ehe« vor, auf einem Tisch liegend und immer wieder von entsprechenden Geräuschen begleitet. Ein voller Erfolg, und auch die deutschen Gäste dürften trotz der mundartlichen Sprache das meiste mitbekommen haben.


 

»Happy Birthday« und »Good Bye«

Beim geselligen Zusammensitzen im Anschluss, das im Programm unter dem vielsagenden Titel »Die Rückkehr der Bierkoniden« lief, schritt die Zeit unbarmherzig auf Mitternacht zu. Und gerade noch rechtzeitig, fünf Minuten vor zwölf, erfuhr man, dass just an diesem Samstag Leo Lukas Geburtstag hatte. Der Sekt war zum Glück schon hergerichtet, wollte man doch um Mitternacht schon den Geburtstag von Ernst Vlcek feiern! So wurden rasch die Gläser gefüllt und ein »Happy Birthday« gesungen, begleitet von Wolfgang auf der Gitarre. Dann lief der Countdown für Sonntag, und Schlag zwölf Uhr wurde das Lied ein zweites Mal angestimmt und angeprostet.

 

SONNTAG, 9. Jänner 2004

Gegen ein Uhr war die Con-Runde schon etwas zusammengeschrumpft, aber dafür hielten die noch Anwesenden unerbittlich durch. Man hatte den großen Saal geräumt und sich im Schankbereich an einem großen Tisch und an der Bar zusammengerottet. Während die Gäste um zwei Uhr noch feierten, begannen die Veranstalter bereits mit den Aufräumungsarbeiten im Saal, hängten die Bilder ab, schleppten Tische und Sessel wieder an ihren Platz zurück und räumten die Küche auf.

Um halbdrei wurde das letzte Bier an Helmut Freisinger ausgegeben, ab dann wurde begonnen, die Gäste sanft, aber doch, zum Heimgehen zu bewegen, da einige der Organisatoren bereits 20 Stunden auf den Beinen waren und auch sonst an diesem Wochenende wenig Schlaf gehabt hatten.

Am Sonntag wurden schließlich noch die letzten Reste vom Fest beseitigt, und einige deutsche Gäste schauten noch mal kurz vorbei, bevor sie ihre Heimreise antraten.

 


 

Das Fazit der Organisatoren

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wurde es noch eine schöne und gemütliche Veranstaltung, mit der man sicher zufrieden sein konnte. Die Stimmung war sehr gut, es konnte trotz aller Widrigkeiten einiges geboten werden und es blieb auch genug Zeit, um sich zu unterhalten. Jeder der Gäste dürfte satt geworden sein, und durstig blieb sowieso niemand.

Und das Fazit der Gäste? Nun, man wird sehen, ob sie zum 200. Jubiläum wiederkommen!

Zuletzt noch zwei Mails, die unmittelbar nach dem Con gekommen sind.

Mail von Stefan Friedrich aus Garching
»Vielen Dank an die Veranstalter für den schönen, interessanten und v.a. sehr gemütlichen Zielstern Con! Wien war wirklich eine Reise wert! :-)«

Mail von Michael Marcus Thurner aus Wien
»Vielen herzlichen Dank für den perfekt organisierten Con! Wie man gesehen hat, hat alles trotz - oder vielleicht gar wegen? - der vielen Ausfälle super funktioniert. Das Programm war abwechslungsreich, es war interessant und bunt gemischt.«

 

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