45 JAHRE

 

Man muss schon ein recht enthusiastischer PERRY RHODAN-Fan sein, wenn man eine fünfstündige Autofahrt durch Dutzende Autobahnbaustellen, bei zähem Verkehr und mitten hinein in das Papstgetümmel auf sich nimmt. Aber auch die sechs Bahnreisenden der Wiener Stammtischrunde – Wolfgang, Roman, Gilbert, Hermann, Michael G. und  Manfred – waren nicht viel besser dran. Der Nachtzug fuhr in Wien mit über zwei Stunden Verspätung ab, und die Fahrt selbst trug dann nicht unbedingt dazu bei, die Ruhebedürfnisse ausreichend zu befriedigen. Sollte also jemand den einen oder den anderen Fan gesehen haben, der im schützenden Dunkel des Vortragssaals ein kleines Nickerchen machte, so lag das nicht am Programm, sondern an akutem Schlafmangel.


Die 45-Jahr-Feier im Goethe-Institut

Während also die einen am Bahnhof ihre Zeit tot schlugen, saßen Erich, Claudia und Nicole bereits am Münchner PR-Stammtisch im »Glaskasten«. Trotz der langen Anreise war es sich noch ausgegangen, das speziell für die ausländischen Gäste auf den Vorconabend verschobene Fantreffen zu besuchen, und es waren auch noch die meisten Gäste anwesend, wie etwa Stefan Friedrich, Michael Rauter, Erich Herbst, Uschi Zietsch mit Gerald, die Kölner Fans mit Helmut Freisinger, Martin (der bereits am Morgen mit dem Zug von Wien angereist war), Heinz »Bussibär« und Rita, um nur einige zu nennen. Mit dabei der – nach wie vor – größte Hund, den ich jäh in meinem Leben gesehen habe und der mich schon letztes Jahr auf dem Ranch-Con fasziniert hatte. Hauptthema war natürlich die PR-Jubiläumsveranstaltung des folgenden Tages sowie der Papstbesuch, der einigen schon heftiges Kopfzerbrechen bereitete. Auto oder nicht Auto, das war hier die Frage, aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel waren zum Teil gesperrt, und man würde Umwege in Kauf nehmen müssen.
Was gibt es sonst noch über diesen Abend des Ernst Ellert Stammtisches München zu sagen: Essen gut, Unterhaltung gut, alles gut! ^^

Zu später Stunde ging es zurück ins Quartier nach Garching, wo man sich in Marias Inn und im Hoyacker Hof einquartiert hatte. Die anderen Fans waren direkt in München einquartiert oder wohnten sowieso in der Nähe.


Klaus Bollhöfener eröffnet die Veranstaltung

Am nächsten Morgen ging es mit zwei U-Bahnen und einer Straßenbahn zum Veranstaltungs-Lokal, dem Goethe-Institut in der Dachauer Straße 122. Von den Papstpilgern war noch nicht viel zu sehen, aber der neue Standort der Veranstaltung war diesbezüglich offenbar recht günstig gewählt worden. Eine kurze Suche nach der richtigen Hausnummer beim großen Gebäudekomplex, aber dann waren bereits die ersten Fans sowie ein großes PR-Standplakat neben einem Eingangstor zu sehen. Vom Portier wurde man in ein Nebengebäude weitergeschleust und stieß direkt auf den Empfangstisch, der von Mitgliedern des SFCU betreut wurde, so wie sich alle Helfer des Cons aus diesem Club rekrutierten und an roten T-Shirts zu erkennen waren. Gleich daran anschließend das Foyer, die zentrale Anlaufstelle für alle Fans sowie Standort mehrerer Präsentationstische vom SFCU (u.a. mit dem neuen PR-Jahrbuch und einigen Artikeln der PRFZ) und dem Münchner Stammtisch (u.a. mit der Garching 2005 Con DVD), von Uschi Zietsch mit ihrem Verlag Fabylon (u.a. »Wiener Roulette«) und nicht zuletzt von der Alligator Farm, die ihr druckfrisches PERRY-Comic Nr. 131 dabei hatte und durch den Studiogründer Karl Nagel, den Autor Kai Hirdt und die Zeichnerin Simone Kesterton vertreten wurde. Der Stand der Alligator Farm, der – nomen est omen – zwischen Topfpalmen eingebettet war, wurde zeitweise regelrecht belagert, um von Simone eine schöne Widmungszeichnung zu bekommen, die von dieser am laufenden Band bis in die sinkende Nacht gegen eine kleine Spende für die Farm angefertigt wurden. Im Foyer wurde auch die Autogrammstunde abgehalten, die am späteren Nachmittag am Programm stand. Schade dabei war, dass einige der Ehrengäste, wie etwa Josef Tratnik (der allerdings gesundheitliche Probleme hatte) frühzeitig die Veranstaltung verließen und Fans keine Augramme mehr bekamen.


Nicht nur ihre Zeichnungen waren ein Blickfang - Simone Kesterton. Rechts Karl Nagel und Kai Hirdt.

Ständig sah man bekannte Gesichter. Abgesehen von den Autoren und den Verlagsmitarbeitern – sogar Klaus N. Frick war überraschend da, ebenso Götz Roderer – waren natürlich viele bekannte Fans anwesend. Neben der vorhin bereits erwähnten Kölner Gruppe und den Leutchen vom Münchner und Wiener Stammtisch auch Fans wie Andy Schmid, Uwe Bätz, Norbert Mertens, Nobby Reichinger, Gerry und Gerhard vom Grazer PR-Stammtisch und Gustav Gaisbauer, um auch hier nur einige zu nennen.

Die Eröffnung der Veranstaltung fand pünktlich um neun Uhr durch Klaus Bollhöfener statt. Zur Einstimmung wurde der Trailer eines animierten PERRY RHODAN-Films gezeigt, den Kurt Neubauer für die Veranstaltung speziell zusammengestellt hatte. Endgültig fertiggestellt wurde der Film erst in der Nacht zuvor, trotzdem war Kurt samt Familie persönlich angereist und konnte auch viel Lob für seine Arbeit entgegennehmen.
Gleich danach folgte der erste Programmblock. Zunächst ein Gespräch auf der Bühne mit dem Verlagsfaktotum Herrn Merkel, der bereits seit 45 Jahren hinter den Kulissen für die PR-Serie zuständig ist. Man erfuhr, wie sich die Produktionstechnik über die Jahre hinweg geändert hatte und sogar Zahlen über die Auflagenhöhe. Zwischendurch erzählte er Anekdoten über Autoren und wie man es geschafft hatte, eine Ausgabe rechtzeitig an die Kioske zu bekommen, wenn das Titelbild dafür erst vier Tage vorher abgegeben worden war.
Daran anschließend präsentierte Eckhard Schwettmann sein Buch »Allmächtiger – Faszination PERRY RHODAN«, das sogar noch für Fans, die das Buch schon lange zu Hause im Regal stehen haben, einige Neuigkeiten brachte. Und die österreichischen Fans erfuhren, warum das hiesige Fandom samt all seinen Projekten unter den Tisch, sprich, aus dem Buch gefallen war: der zweiseitige Beitrag war von Mitarbeitern rauslektoriert worden.


Links Sabine Kropp mit »Verlagsfaktotum« Rolf Merkel, rechts Eckhard Schwettmann

Nach einer viertelstündigen Pause – der Zeitplan wurde in für solche Veranstaltungen ungewohnter Weise sehr gut eingehalten – folgte der letzte Programmpunkt vor dem Mittagessen: Live on Stage – das Hörspiel »Ein lausiger Historiker«, auf der Bühne von Leo Lukas und Josef Tratnik gesprochen. Auch wenn einige den Text schon kannten, war es trotzdem ein Erlebnis, ihn von zwei Profis zu hören und zu »sehen«, Lacher natürlich vorprogrammiert.

Während ein Teil der Fans die bessere Wahl traf und außer Haus Mittagessen ging, pilgerte der verbleibende Teil in die hauseigene Kantine, die nach einiger Suche auch gefunden werden konnte. Jedenfalls machte das Essen satt, aber kulinarische Höhepunkte hatte sich wohl sowieso keiner erwartet.

Um 13:30 Uhr begann das Nachmittagsprogramm mit einem Vortrag über den »Posbikrieg«, der von Michael Marcus Thurner und Leo Lukas bestritten wurde. Die beiden berichteten in gewohnt lockerer und launiger Art über den neuen Zyklus, der in sechs Bänden erscheinen wird. ES sendet Perry, Mondra und Startac Schröder in eine entfernte Galaxis, um dort gestrandeten Alt-Terranern zu helfen. Außerdem tummeln sich dort auch viele andere bekannte Völker, die alle in dieser Galaxis festhängen.


Links die »Posbi-Runde« mit Michael M. Thurner und Leo Lukas, moderiert von Stefan Schaper
Rechts die
»Lepso-Runde« mit Marc O. Szodruch, Sabine Kropp und Hartmut Kasper,
moderiert von Stefan Friedrich

Gleich anschließend ging es um den Neustart der ATLAN-Serie mit der Lepso-Trilogie. Hartmut Kasper alias Wim Vandemaan erzählte über die Entstehung der Geschichte, allerlei skurrile Typen und die Hauptfigur, einen Topsider, der Mutantenfähigkeiten besitzt. Atlans Tod darf wohl als Kunstgriff gedeutet werden, und die Neugierde der Fans auf diese Serie wurde sicher geweckt.

Parallel dazu fand der Zeichen-Workshop von Dirk Schultz statt, der aber aufgrund der gleichzeitig vorgetragenen interessanten PR-Themen nicht ausgelastet war. Interessant ein kleines Manual sowie Zeichenblöcke mit PR-Titelbildern, die ausgeteilt wurden.

Nach einer kurzen Pause begann der zweite Teil des Nachmittagsprogramms. Rüdiger Vaas (»Bild der Wissenschaft«) und Peter Ripota (»P.M.-Magazin«) präsentierten zwei aufeinanderfolgende Wissenschaftsvorträge, die zwar interessant waren, aber von etlichen Fans genutzt wurden, um im Foyer zu plaudern oder sich von Sabine einen netten Gucky zeichnen zu lassen.


Links das Live-Hörspiel mit Leo Lukas und Josef Tratnik, rechts MMT bei der Signierstunde..

Danach war eine zweistündige Signierstunde samt Gesprächsrunden mit den Ehrengästen vorgesehen, die allerdings schon nach einer halben Stunde beendet war, da diese Aktivitäten ohnehin den ganzen Tag über stattgefunden hatten und man sich von den Stehtischchen lieber an gemütlichere Plätze zurückzog. Damit waren auch die Programmpunkte beendet und es stand nunmehr die Abendshow an.

Es begann eine längere Wartezeit, die einige außerhalb in Lokalen verbrachten, andere versuchten, die Zeit im Foyer totzuschlagen. Der Aufbau dauerte offenbar länger als geplant, und die Geduld der Fans wurde ein bisschen auf die Probe gestellt. Leider ließen sich einige davon offenbar abschrecken und traten die Heimreise an oder wurden von ihren Partner dazu genötigt (ich nenne jetzt keine Namen!). Aber es hatte sich gelohnt zu warten, denn die Fans wurden mit einer wirklich genialen Zaubershow belohnt! Hier hatte sich der Verlag wirklich etwas einfallen lassen, um den Besuchern etwas zu bieten. Mit ihrem fast zweistündigen Programm »Metamagicum« phantasierten sich Thomas Fraps und Pit Hartling durch Zauberkunst und Wissenschaft. Man sah, wie Top-Quarks tanzen, erlebte mit, dass Materieteleportation tatsächlich funktioniert und nahm an einem Versuch teil, bei dem der Intelligenzquotient des Publikums gescannt wurde. Und wer wusste schon, dass für das Verschwinden einzelner Socken aus der Waschmaschine ein Loch zu einem Paralleluniversum schuld ist? Des öfteren wurden auch die Zuschauer miteinbezogen, wie etwa Dimitra oder Hermann, der passender Weise ein Buch als Belohnung für’s Mitmachen erhielt.  Und Gilbert trat mit einem 2-Euro-Stück, das in einer Flasche verschwand, als Sponsor der Show auf.


Metamagicum - links das Top-Quark, rechts Hermann auf der Bühne.

Am Ende gab es großen Applaus für die Zaubershow und einen sehr gelungenen Tag, als Klaus Bollhöfener die Fans verabschiedete. Aufgrund der (über-)fortgeschrittenen Stunde löste sich die Besucherrunde relativ rasch auf. Es wurden noch Hände geschüttelt, letzte Fotos gemacht, und dann ging es heimwärts oder in die Quartiere zurück. Nach Garching dauerte das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine gute Stunde, aber dafür ging es dann am Sonntag stressfreier auf die Rückreise. Und mit im Gepäck viele schöne Erinnerungen.

Weitere Fotos folgen in Kürze!

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