Der Erbe des Universums

 

HUBERT HAENSEL
IN WIEN

Mitten im schönsten Spiel muß ich aufhören! Dabei habe ich gerade so mühsam meine Polly Pocket Püppchen aufgestellt, und jetzt gehen wir weg! Papa hat heute wieder ein Treffen mit seinen Perry Rhodan Freunden, und aus Deutschland soll sogar der Hubert mit seiner Familie kommen. Den habe ich schon einmal in Wien gesehen, auch bei so einer Veranstaltung, wo sich alle vom Perry Rhodan Stammtisch getroffen haben. Mal sehen, ob ich sie wiedererkenne. Aber wenigstens darf ich zwei Polly Pockets mitnehmen, und auch den Tiger und den Elefant, und ein Buch packe ich auch noch ein, oder besser zwei, tragt eh alles die Mama. Sogar zum McDonalds gehen wir heute, ich glaube, meine Eltern wollen mich bei Laune halten, falls es heute später wird.

Während der Papa einen Parkplatz sucht, gehen wir inzwischen das Essen besorgen. Wie immer sind wir spät dran und müssen uns sehr beeilen. In der Juniortüte ist ein Snoopy, und ich habe wieder etwas, das ich der Mama in den großen Rucksack stecken kann. Bevor wir weiterfahren, müssen mir Mama und Papa noch zwei Semmeln kaufen, die auch in den großen Sack wandern - man weiß ja nie, wann man bei denen wieder was zum Essen bekommt!

Dann fahren wir mit der U-Bahn. Papa läßt das Auto beim Lokal stehen, das "Neubauschenke" heißt und in das wir am Abend noch gehen werden. Das ist praktisch, da kann ich beim Nachhausefahren schlafen. Auf der Rolltreppe treffen wir den Roman, und gemeinsam fahren wir bis zum Stephansplatz. Dort wartet schon Daniela auf uns, und der Martin ist auch da. Dann tauchen noch der Michael Marcus auf und der Michael mit dem Bart, für den der Papa damals einen Stoffgucky bestellt hat. Dann kommt der Herr, der immer so ein Pferdeschwänzchen am Kopf hat wie ich, und seine Frau ist auch dabei. Auf seinem Leiberl ist das Gesicht vom Perry Rhodan drauf, aber durch die Hosenträger kann man nicht alles sehen. Zum Schluß kommt die Familie Hänsel, und die hat auch ihre Kinder mit. Das eine heißt Manuela, das andere heißt so wie meine Mama: Claudia. Die sind aber schon viel größer als ich und uralt, mindestens doppelt so alt wie ich! Ich muß viele Hände schütteln, und dann geht es endlich los!

Gruppenfoto am Stephansplatz
Gruppenfoto am Stephansplatz

Zuerst marschieren wir zur Kaisergruft. Wir steigen 25 Stufen in den Keller hinunter, wo viele Särge stehen. Es ist kalt, und riechen tut es auch nicht gut. Aber die schauen sich jede einzelne von diesen Kisten an und wissen sogar, wer da drinnen ist. Irgendwie ist das grauslich, denn man hat denen das Herz und was da sonst noch alles in uns drinnen ist, rausgenommen und woanders aufgehoben. Pfui! In der Mitte von dem dunklen Keller steht ein riesiger Sarg mit Figuren und Blumen drauf. Die Daniela sagt, da liegt Maria Theresia drinnen, die war vor hunderttausend Jahren in unserer Geschichte eine ganz große Frau. Jetzt weiß ich auch, warum die so einen großen Sarg hat, weil sonst hätte sie ja nicht hineingepaßt.

Zum Glück gehen wir bald wieder, und ich warte mit der Mama draußen, bis alle da sind. Dann marschieren wir weiter durch die Stadt. Ich hätte so gerne ein Eis, aber stattdessen schleppen sie mich in das nächste Haus hinein. Das kenne ich aber, da war ich schon einmal. Da gibt es viele goldene Kronen, bunte Mäntel und irgendwo liegt ein riesengroßer grüner Diamant, der innen hohl ist. Und in einer großen Steinschale, hat mir damals eine Frau erklärt, kann man den Namen vom lieben Gott lesen, wenn die Sonne richtig draufscheint. Am besten gefällt mir aber die Babywiege, in der die Kinder von den Königen geschlafen haben, die ist echt cool!

Jetzt bin ich schon irgendwie müde, aber wir latschen weiter durch die Stadt. Ich habe noch immer kein Eis bekommen, aber jetzt müssen wir wieder dorthin zurück, wo wir weggegangen sind. Ich will nur wissen, warum wir dann nicht gleich dortgeblieben sind. Der Ernst - das ist der mit dem Pferdeschwänzchen - und seine Frau sitzen auf einer Bank und warten auf uns. Die waren erst vor kurzer Zeit in der Schatzkammer und sind deshalb nicht mitgegangen. Der Papa macht ein Foto, wie wir alle müde auf der Bank sitzen, und die anderen packen auch alle ihre Apparate aus und fotografieren uns. Dann gehen wir in die große Kirche, aber ich frage mich, wo es da ein Eis geben soll. Und plötzlich steigen wir schon wieder in den Keller hinunter und schauen uns diese schwarzen Kisten an. In einem Raum da liegen ganz viele Knochen von Leuten, die an der Pest gestorben sind, und der Roman und der Ernst die greifen sogar einen Knochenschädel an. Das ist alles ganz schön gruselig, aber wir sind schnell fertig und gehen wieder hinaus ans Licht.

Neubauschenke
Großes Treffen in der "Neubau-Schenke"

Ich will jetzt endlich mein Eis haben, und zum Glück gehen wir in das Geschäft, wo meine Eltern immer Tee kaufen, gleich hinter der großen Kirche. Wir sitzen dort im Garten, und die haben auch ein Eis, das mir der Papa kauft. Die Hänsels fahren später ins Hotel, aber wir müssen noch sitzenbleiben. Als ich schon gar nicht mehr weiß, was ich da noch alles tun soll, brechen wir endlich auch auf. Gemeinsam fahren wir mit der U-Bahn und müssen dann noch ein langes Stück zu dem Lokal gehen, wo ein eigenes Zimmer für uns reserviert ist, mit einem riesig langen Tisch wie bei einer Hochzeit. So, aber jetzt muß jemand anderer weitererzählen, denn ich will endlich wieder spielen und mein Schnitzel essen, das mir die Mama versprochen hat.

   

Zuerst hatte es noch den Anschein, daß das Hinterzimmer der "Neubauschenke" zu groß dimensioniert war, aber nach und nach trafen die Gäste ein, und zuletzt waren wir froh, daß einige der Fangemeinde auf Urlaub waren, sonst wäre es sehr eng geworden. Strategisch günstig in der Mitte des Raumes plaziert, saßen das Ehepaar Vlcek und die Familie Haensel. Rundherum scharten sich Roman, Daniela, Reinhart, Emanuel, Franz, Alex, Wolfgang, Thomas, Michael R., Martin, Claudia, Erich und die siebenjährige Nicole. Auf einem Ecktisch gleich anschließend drängten sich Michael Marcus, Charly mit Frau, Michael Wittmann, Leo Lukas und Reinhard Habeck. Irgendwo dazwischen waren auch zwei neue Besucher zu entdecken: Christian, der über den heutigen Event im Internetforum gelesen hatte und aus Sankt Pölten angereist war und Manfred II., der zuletzt beim Austria Con II zu Gast war. Unterm Strich hatten sich somit 26 ½ Perry Rhodan Sympathisanten eingefunden, um einen geselligen Abend zu verbringen.

Familie Haensel
Die Familie Haensel - Gudrun, Manuela, Claudia, Hubert

Zunächst wurde für das leibliche Wohl gesorgt. Viele in der Runde delektierten sich an den köstlichen Eierschwammerln, die mit Semmelknödel (... oder Semmelnknödeln? Ich weiß gar nicht mehr, ob Karl Valentin damals diese Streitfrage abklären konnte ...), mit Fleisch oder in sämiger Oberssauce gereicht wurden. Gleich nach dem Essen war natürlich Hubert gefragt, hatten doch viele von uns ihre Kosmos-Chroniken zum Signieren mitgebracht. Roman ließ sich sein Exemplar sogar noch von Huberts Frau und seinen Töchtern signieren, womit sich einmal die verewigen konnten, die indirekt sicher ebenso einen Teil zum Entstehen des Werkes beigetragen hatten. Aber nach der Signierstunde war es für den Autor noch nicht überstanden - Roman packte eine umfangreiche Fragensammlung aus, und Hubert, der ihm gegenüber saß, hatte keine Chance, zu entkommen (siehe unten).

Leo Lukas und Michael Wittmann
Leo Lukas und Michael Wittmann

Aber auch Ernst war gefragt, der - von mehreren Fans eingekreist - über die aktuelle (nicht zukünftige!) Handlung der P.R.-Serie plauderte. An einem kleinen Tisch, der etwas abseits im Raum stand, wurden Gespräche im kleineren Kreis geführt und sonstige Palaver abgehalten, aber selbst dort war man nicht sicher vor den unbarmherzigen Kameraobjektiven und Blitzlichtern. Ansonst ging es aber sehr gemütlich zu, und es würde wohl wieder eine lange Nacht werden.

   

Na endlich brechen wir auf. Ich weiß gar nicht, was die da alle so lange zum Quatschen haben. Ich habe mich zwar auch ein bißchen mit den Leuten unterhalten und sogar mit der Frau vom Hubert, die sehr nett ist, aber das hat nicht so lange gedauert. Mir ist schon so fad, aber der Papa sitzt noch immer bei dem Herrn mit dem Pferdeschwänzchen und bei dem einen Mann, den ich schon einmal nackt auf einem Plakat gesehen habe - glaube ich zumindest. Aber jetzt muß Papa doch mitkommen, weil sonst fange ich zum Schreien an, und ich weiß, das mag er nicht. Ich mache es mir im Autositz bequem und kuschle mich an meinen Gucky - der muß mich nämlich heute nacht beschützen, wenn ich von diesem finsteren Keller und den grauslichen Knochen träume!

 

ruby

 

"PETRUS IST SCHULD!"

Anläßlich eines privaten Wienbesuches opferte Hubert Haensel samt Frau und beiden Töchtern einen Abend für die Perry Rhodan Fans. Der NOW! Mitarbeiter Roman nutzte diese Gelegenheit für ein Interview mit dem sympathischen Autor aus Bayern.

NOW!:

Lieber Hubert. Demnach Du gerade beim Signieren der Kosmos Chroniken bist, stellt sich eine naheliegende Frage: Wird es eine Fortsetzung geben?

Hubert:

Eine Fortsetzung nicht direkt, aber ein Buch mit dem Titel "Kosmos Chroniken II" wird geschrieben werden.

NOW!:

Das bedeutet, daß der Hauptheld nicht mehr Reginald Bull heißen wird?

Hubert:

[kneift die Augen zusammen] Das habe ich nicht gesagt

NOW!:

Heißt der Autor wieder Hubert Haensel?

Hubert:

Das kann durchaus sein. Sieht so aus, als wäre ich der einzige Dumme, der sich diese Arbeit antun will – nach dem Motto: Immer auf die kleinen Dicken ...

NOW!:

Spielt die Handlung im Zeitraum der Hefte 700 bis 1400?

Hubert:

Da lege ich mich nicht fest. Es könnte ebenso gut, daß die Kosmos Chroniken II zum Beispiel von Heft 550 bis 1200 gehen.

NOW!:

Wer wird der Hauptheld der Handlung sein?

Hubert:

Kein Kommentar.

NOW!:

Wird es Alaska sein?

Hubert:

Genau, es wird ein Reisebericht über Alaska. Arbeitstitel: "Frieren in Alaska" [lacht]

NOW!:

Gut, ich präzisiere: Alaska Saedelaere?

Hubert:

Kein Kommentar.

NOW!:

Gehen wir doch die Möglichkeiten durch – es kann nur ein Unsterblicher sein, der in der Erstauflage noch lebt. Bull und Rhodan können wir streichen. Atlan wird von Rainer Castor in den Hardcovern beschrieben. Bleiben also ...

Hubert:

Es wird Rhodan!

NOW!:

Rhodan? Das glaube ich nicht!

Hubert:

Warum nicht? Wäre doch lustig. Mit dem rechnet keiner!

NOW!:

Moment! Ich habe bei der Nennung des Familiennamens automatisch den Vornamen "Perry" ergänzt. Es gibt ja noch zwei andere Rhodans: Michael und Delorian, wobei letzterer wohl wegfällt. Wird es Roi Danton?

Hubert:

Laßt euch einfach überraschen.

NOW!:

Wann wird der Erscheinungstermin sein? 2002?

Hubert:

[Ein Grinsen macht sich in Huberts Gesicht breit] Wenn es fertig ist ...

NOW!:

Gut, Themenwechsel. Was war das schönste/berührendste Erlebnis, das Du mit einem Fan hattest?

 

[Hubert hebt die rechte Augenbraue und überlegt]

Hubert:

Das ist schwer zu beantworten. Ich habe mich etwa gefreut, daß mir Fans vor kurzem zum Geburtstag gratulierten. Interessant ist es für mich, wenn mir Fans ihre Meinung zu meinen Romanen schreiben, die zu meiner eigenen Meinung davon komplett konträr sind. Zum Beispiel empfand eine Leserin den Band 2015 als reinen Horrorroman, geschrieben ohne Liebe und Gefühl. Das Gegenteil war der Fall – selten habe ich einen Roman mit mehr Emotionen meinerseits zu Papier gebracht.

NOW!:

Was war das schlimmste Erlebnis, das Du mit einem Fan hattest?

 

[Hubert setzt ein zynisches Grinsen auf]

Hubert:

Dumme Fragen eines gewissen Roman zu beantworten ... Nein, ernsthaft – ich kann mich an nichts erinnern, das unter "schlimmstes Erlebnis mit einem Fan" einzureihen wäre.

NOW!:

Welche Frage würdest Du Dir in Bezug auf Perry Rhodan denn selbst stellen?

Hubert:

Wann wird Bully terranischer Resident?

NOW!:

Gute Frage, schließlich wird Perry Rhodan ja in der Vergangenheit für die Entstehung von ES benötigt ...

Hubert:

Wie kommst Du darauf?

 

[Hubert hat sofort erkannt, daß das nur ein Versuch war, ihm Informationen über die zukünftige Handlung zu entreißen]

NOW!:

Sorry, aber einen Versuch war es wert. Welcher Roman ist aus Deiner Sicht Dein bester innerhalb der Perry Rhodan Serie?

Hubert:

2015 – Mein Freund, der Tod.

NOW!:

Wer ist Dein Lieblingsschriftsteller außerhalb der P.R.-Serie?

Hubert:

Doc E. E. Smith (Skylark-Zyklus).

NOW!:

Hattest Du jemals eine Schreibblockade?

Hubert:

Oh ja!

NOW!:

Was tust Du dagegen?

Hubert:

[schmunzelt] Nix schreiben ...

NOW!:

Wie lange dauerte Deine schlimmste Schreibblockade?

Hubert:

Neuneinhalb Wochen! – Nein, ernsthaft: 6 Wochen war der längste Zeitraum. Schreibblockade ist eigentlich das falsche Wort. Es müßte "Ideenblockade" heißen, besser noch "Zeitblockade". Man sitzt vor dem Computer und es fällt einem nur ein, was sonst noch alles dringend zu erledigen ist, von der Steuererklärung bis hin zum für den Winter benötigte Kleinholz (das ich manchmal am liebsten aus dem Computer machen würde) und anderen müßigen Kleinigkeiten. Egal, was man dagegen tut, man hat keine Idee, wie sich die Geschichte weiterentwickeln könnte.

NOW!:

Wendest Du Dich dann an Deine Familie um Rat?

Hubert:

Nein.

 

[Huberts Tochter Claudia, die das Gespräch interessiert verfolgt, meldet sich zu Wort]

Claudia:

Ich habe einmal einen Titel für ein Perry Rhodan Heft notiert. Andernfalls hätte es Papa wieder vergessen.

Hubert:

Richtig. Wenn mich nicht alles täuscht, war es das Taschenbuch "Tariga darf nicht sterben".

NOW!:

Wie gehst Du mit unsachlicher, negativer Kritik von Fans an Deinen Werken um?

Hubert:

Ich hinterfrage diese Kritik und versuche, sie auf eine sachliche Ebene zu bringen. Ist zwar nicht immer leicht, aber meistens funktioniert es.

NOW!:

Wie läuft eine Autorenkonferenz typischerweise ab?

 

[Hubert lehnt sich zurück und kratzt sich am Kinn]

Hubert:

Eine schwere Frage. Die Anwort dazu muß ich mir noch überlegen.

NOW!:

Wie wäre es mit einem Schriftstellerseminar?

 

[Hubert legt seine Stirn in Falten, verschränkt die Arme und nickt grinsend]

NOW!:

Ich meinte, ob Du einmal ein Schriftstellerseminar halten würdest?

Hubert:

Ich dachte, Du fragst mich, wann ich endlich eines besuche ... [Hubert grinst noch breiter] Zur Abhaltung eines Schriftstellerseminares habe ich mir nie Gedanken gemacht. Abgesehen davon hätte ich dafür ohnehin keine Zeit.

NOW!:

Welche Perry Rhodan Figur würdest Du gerne einmal treffen?

Hubert:

Gucky, Perry Rhodan, Bully und Atlan.

NOW!:

Und Alaska?

Hubert:

Vergiß es, Roman, Du erfährst von mir nicht, wer der Hauptheld der Kosmos Chroniken II sein wird.

NOW!:

Gibt es ein Genre, in dem Du noch nicht geschrieben hast? Und welches davon würde Dich reizen?

Hubert:

Laß mich überlegen. Ich habe Fantasy, Horror, Seeabenteuer, Krimis, Science Fiction, Archäologie à la Indiana Jones geschrieben ... fehlen eigentlich nur mehr Liebesromane und Western. Ja, Western würden mich reizen. Alles andere erlebe ich lieber selbst.

NOW!:

An welchen Projekten arbeitest Du derzeit neben der P.R.-Serie?

Hubert:

An den Kosmos-Chroniken II und an "Die Abenteurer".

 

[Hubert beginnt schelmisch zu lächeln und reibt sich vor Freude die Hände]

 

Gerade habe ich eine Antwort auf Deine Frage nach der Autorenkonferenz gefunden: Bei der letzten Autorenkonferenz sind uns am zweiten Tag saugute Themen eingefallen, trotz unseres verkaterten Zustandes. Ein anderes Mal kannst du noch so betrunken sein, und es fällt dir gar nix mehr ein ...

NOW!:

Fast wie erwartet ....

Hubert:

Moment! Das muß ich mir vom Ernst Vlcek absegnen lassen!

 

[Ernst lauscht dem Gesagten und findet prompt eine weitere Erklärung]

Ernst:

So betrunken können wir gar nicht sein, daß uns nix Gescheites einfällt. Abgesehen davon, daß wir ohnehin nie betrunken sind!

Hubert:

Genau. Wir arbeiten immer bis um Mitternacht und dann gehen wir an die Bar ...

Ernst:

... und weil um diese Uhrzeit niemand mehr in der Bar ist, legen wir uns alle brav ins Bett.

Hubert:

[Hubert nickt eifrig] Das kann ich voll bestätigen!

 

So, und jetzt die ernste Antwort auf die Frage nach der Autorenkonferenz. Wir besprechen entweder den groben Rahmen oder die aktuellen Dinge. Es differiert immer nach der Länge des aktuellen Zyklus. Wenn wir bei Band 2050 sind, interessiert uns Band 2100 nur peripher. Natürlich haben wir eine Vorstellung, wie es ab 2100 weitergehen wird, aber darauf müssen wir in dieser Phase nur bedingt eingehen.

NOW!:

Arbeitet ihr auch an den Einzelexposés?

Hubert:

Dafür ist die Exposé-Factory zuständig. Gemeinsam entwickeln wir Völker oder große Themen. Die grobe Handlung in Einzelromane zu bringen und ihnen den Feinschliff zu geben, besorgt Robert Feldhoff.

NOW!:

Hubert, schreibst Du Deine Romane in chronologischer Abfolge?

Hubert:

Ja, meistens. Allerdings mache ich dadurch auch dem Redakteur das Leben schwer, denn meine Romane werden meist zu lang. Bis ich merke, daß ich noch das halbe Exposé zu schildern habe, bin ich meistens schon am oberen Limit der Anschläge angelangt. [grinst] Bei meinem letzten Roman war ich schuld, daß die Clubnachrichten um eine Seite beschnitten wurden. Scheint aber keinem Leser aufgefallen zu sein.

NOW!:

Könnt ihr Plausibilitätsfehler korrigieren, wenn ihr sie von Robert bekommt?

Hubert:

Plausibilitätsfehler, wenn überhaupt vorhanden, werden bereits von Klaus N. Frick erspäht und korrigiert.

NOW!:

Die Viererkette der Romane in der Erstauflage seit Band 2000 dient offensichtlich als Erleichterung der Buchbearbeitung. Limitiert das nicht die Spannung und Abwechslung?

Hubert:

Ich beantworte zuerst die zweite Frage: Meiner Meinung nach limitiert das die Spannung nicht. Die Unterstellung der Erleichterung der Buchbearbeitung höre ich heute zum ersten Mal. Aber die Idee ist gut, das werde ich im Verlag vorschlagen.

NOW!:

Tüftelst Du an Deinen Sätzen oder schreibst Du aus dem Bauch heraus?

Hubert:

Das ist gemischt. Manchmal sitze ich fünfzehn Minuten an einem Satz, dann wieder schreibe ich seitenweise ohne aufzuhören.

NOW!:

Wie oft mußt Du Deine Romane vor der Abgabe korrigieren?

Hubert:

Nach dem Schreiben lese ich mir den Text noch einmal durch und verbessere ihn. Damit hat es sich.

NOW!:

An welchem Band arbeitest Du gerade?

Hubert:

Zum Glück an keinem, denn sonst säße ich nicht hier in Wien. Vorige Woche habe ich Band 2041 endlich fertiggestellt, kurz bevor ich geteert und gefedert aufs Rad geflochten und gevierteilt worden wäre. [einen Tag vor dem Gespräch ist Band 2034 erschienen]

NOW!:

Wie bist Du als Fan zur Perry Rhodan Serie gekommen?

Hubert:

Durch Lesen von Terra Astra.

NOW!:

Wie bist Du als Schriftsteller zur Perry Rhodan Serie gekommen?

Hubert:

Durch meine Arbeit bei Terra Astra wurde ich zu Mythor und Atlan geholt, damals von Günter M. Schelwokat. Er und Peter Terrid hatten mir dann auch den Einstieg in die Perry Rhodan Taschenbücher nahegelegt. Trotzdem verging noch einige Zeit, in der ich mich in den verschiedenen Genres umsah, und das sehe ich als Lehrzeit an.

 

[Die nächste Frage wurde im Auftrag von Bernd Hubich, dem Organisator des Austria Con III gestellt]

NOW!:

Wann kommst Du einmal nach Graz?

Hubert:

Sobald es die Arbeiten an den Kosmos Chroniken II zulassen.

NOW!:

Wie schaffst Du diese Dreifachbelastung mit Hauptberuf, Familie und Schreiben? Was bleibt auf der Strecke?

Hubert:

Eine gute Frage ...

NOW!:

Gehen wir es systematisch an – Perry Rhodan Hefte erscheinen von Dir regelmäßig, in die Bank gehst Du von Montag bis Freitag, bleibt eigentlich nur mehr Deine Familie übrig.

 

[Hubert deutet auf seine beiden Töchter]

Hubert:

Du siehst ja, was passiert ist: Die eine fast zwanzig Jahre, die andere fast achtzehn – und danach nix mehr!

 

[Auf diese Aussage beginnt Huberts Frau Gudrun eifrig zu nicken, was ihr und Hubert das Gelächter der Fans einbringt]

NOW!:

Auf Bitte von Deiner ältesten Tochter Manuela stelle ich zum Abschluß folgende Frage: Wann wird daheim endlich Holz gehackt? Oder muß Deine Familie im Winter erfrieren?

Hubert:

Ich kann nichts dafür! Leider muß ich warten, bis die vier Stück Holz, die vor dem Gartenzaun liegen, trocken geworden sind. Petrus ist schuld. Bei Regen schreibe ich eben lieber.

Gudrun:

Das sagt er zu Hause auch immer ...

NOW!:

Lieber Hubert, vielen Dank für das Interview!

Hubert:

Nix zu danken!

 

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