FRANKEN CON
2006

Franken Con 2006

 

Bericht Andy Bericht Erich Fotoalbum

 

Epische Breite in fränkischen Weiten.....

[Anmerkung der Redaktion: Ich möchte mich ganz herzlich bei Andy Schmid für diesen prompten, sehr erfrischend geschriebenen und ausführlichen Bericht über den PERRY RHODAN-Con in Schwanstetten bedanken. ER war dabei! Ergänzt wurde der Bericht durch Fotos von Erich ]

Vom 20.05.2006 bis zum 21.05.2006 fand in dem kleinen Ort Schwanstetten bei Nürnberg der mittlerweile dritte PERRY RHODAN-Frankencon statt. Wie schon in den Jahren zuvor, waren die Veranstalter die Hauptaktiven des PR-Clubs ARGE FESTAK, unterstützt von Fans des PERRY RHODAN-Stammtisches Nürnberg. Auch diesmal gab es für die Veranstaltung wieder ein eigenes Motto – passend zur aktuellen Handlung stand das Generationsraumschiff SOL im Mittelpunkt der Con-Aktivitäten. Bedenkt man die lange Vorbereitungszeit von fast eineinhalb Jahren, kann man dem Veranstalterteam nur gratulieren, dass es bei der Themenwahl so viel Voraussicht bewiesen hatte, den Con genau zur Rückkehr der SOL in der Heftromanhandlung stattfinden zu lassen!

Für mich persönlich stellte dieser Frankencon auch etwas Besonderes dar! War ich bei den beiden vorangegangenen Veranstaltungen in den Jahren 2002 und 2004 selbst im Orga-Team, musste ich bei den diesjährigen Vorbereitungen aus beruflichen Gründen passen. Bis am Mittwoch vor dem Con war eigentlich nicht klar, ob ich überhaupt als Besucher auf dem Con erscheinen kann – zum Glück hatte es dann doch geklappt. Und so kam ich in die seltene Situation, diesen Con frei von Verpflichtungen als Besucher zu genießen – was den Frankencon betrifft, eine ganz neue Erfahrung für mich ;-)

Freitag, 19.05.2006
Vor-Con, Aufbau und geselliges Beisammensein

Los ging es am Freitagnachmittag – Joe Kutzner vom TCE rief mich zu Hause an. Der bekannte Fan aus dem bergischen Lande war gegen Mittag in Hückeswagen aufgebrochen und wollte mich im Entspurt nach Schwanstetten gleich mitnehmen. Gesagt, getan, durch diese glücklichen Umstände hatte Joe einen Führer zum Con-Ort und ich eine Fahrgelegenheit in den Nachbarort. Das war auch gut so, denn auf den Hinweg klärte ich Joe über die komplizierte Zusammenlegung der Orte Schwand und Leerstetten zu Schwanstetten auf. Ein Stolperstein, der schon so manchen Besucher der vergangenen Frankencons beim Suchen des Con-Orts schier zur Verzweiflung getrieben hatte ;-) Nachdem Joe kurz in seiner Unterkunft (dem Gasthaus Schwarzer Adler) eingecheckt und wir uns mit einem Radler gestärkt hatten, ging es auch schon zum Con-Gebäude im Gemeindezentrum von Schwanstetten.

Dort angekommen, liefen uns gleich die ersten bekannten Leute über den Weg. Das Orga-Team der ARGE FESTAK rund um Heinz Hell und Dieter Reich waren fleißig mit dem Bühnenaufbau beschäftigt, Reinhard Rauscher baute seinen Verkaufsstand auf, die Delegation aus Köln schlürfte die ersten Bierchen – kurzum, man fühlte sich sofort wieder zu Hause. Während Joe noch seine zwei Tische des TCE bestückte, begrüßte ich schon alte Bekannte wie Wilfried A. Hary, Martin Steiner, Rita Grünbein, Bernhard Hegel, Achim Mehnert und so weiter. Swen Papenbrock traf zwischendurch mit Lebensgefährtin und Hund ein, schnell war ich in das eine oder andere Gespräch vertieft. Kein Wunder, dass ich mich kurze Zeit später im Lokal »Bürgerstube« (welches der Gemeindehalle angegliedert ist) beim Abendbrot und lecker Bierchen in geselliger Runde mit den Herren Thomas Muskietz, Oliver Trapper, Götz Roderer, Robert Loew und Hajo Kleimann wiederfand. An den Nachbartischen fanden sich auch immer mehr Fans und Gäste zusammen (wie z.B. Arndt Ellmer mit Familie, Erich Loydl, H.G. Ewers, Michael Thiesen oder Helmut Freisinger). Währendessen verwandelte sich die Gemeindehalle nach und nach in das Raumschiff SOL. Als die Aufbau- und Dekorationsarbeiten beendet und sämtliche Soundchecks zur Zufrieden-heit gemacht waren, gesellten sich noch Heinz und Benjamin Hell sowie Joe Kutzner zu uns. Kein Wunder, dass die Zeit in so netter Runde wie im Flug verging – Heinz Hell brach gegen 23:45 Uhr auf, und da ich mit ihm nach Hause fahren wollte, war damit der Abend auch für mich zu Ende. Damit löste sich der Vor-Con auch schon wieder auf – so schnell kann es gehen.

Samstag, 20.05.2006
An Bord der SOL, das Kreuz mit der Hyperimpedanz und eine Romance in Space

Am darauffolgenden Tag holte mich Norbert Reichinger um 09:00 Uhr von zu Hause ab. Bevor wir zum Con fuhren, machten wir noch einen Zwischenstopp im hiesigen Kaufland in Großschwarzenlohe. Dort hatte das Frankencon-Team in Zusammenarbeit mit einem Optikerladen zwei Schaufenster mit SF- und PR-Artikeln geschmückt, um so Werbung für den Frankencon zu machen. Eine tolle Sache, die es natürlich wert war, fotografiert zu werden. Danach ging es ab nach Schwanstetten – Norbert legte zur Einstimmung auf den Con die alte USP-Single »Ad Astra« auf. Beim Gemeindezentrum angekommen, wurde erst mal eingecheckt und das Con-Paket und der Con-Ausweis entgegen genommen. Die Gemeindehalle war in drei Teile aufgeteilt – die SOL-Zelle 1 mit dem Händlerbereich, den Clubtischen und dem Catering; die SOL-Zelle 2 mit dem Tradingcard-Turnier, der Ausstellung »40 Jahre RAUMPATROUILLE ORION« und den Bilderaus-stellungen von Swen Papenbrock, Stefan Lechner und Ralph Voltz; dazwischen der SOL-Mittelteil – der Hauptsaal mit den Programmpunkten. Als erstes inspizierten Nobby und ich natürlich den Händlerbereich. Neben dem Mehandor-Bazar der ARGE FESTAK war leider nur noch Reinhard Rauscher anwesend. Wolfgang Kratz, Klaus Jürgen Lachner oder Robert Vogel waren leider aus verschiedenen Gründen verhindert. Als Ausgleich waren aber dieses Jahr sehr viele Clubs anwesend. Die PERRY RHODAN-Stammtische Wien und München hatten jeweils einen Tisch, der SFC Universum mit Wolfgang und Claudia Höfs bot eine umfangreiche Palette an PR-Sekundär-literatur an, Nobby bestückte den Tisch des PRBCBS, das Korvettenprojekt von Michel Van aus Belgien war wieder da, die Edition DORIFER mit dem PERRY RHODAN-Rollenspiel stand Rede und Antwort und an den zwei schon erwähnten Tischen des TCE bot Joachim Kutzner zahlreiche Zines an. Abgerundet wurde das Angebot von dem großen Stand der ARGE FESTAK, bei dem fan auch das wirklich sehr gut gelungene Con-Buch zum Thema SOL erwerben konnte. Ich traf natürlich – wie sollte es auch anders sein – gleich wieder alte Bekannte. Da waren Erich Herbst und Jürgen Müller vom Münchner Stammtisch, Andreas Stadelmann nebst Familienanhang, Peter Müller, der einige Kartons mit Heften zum Verkauf am ARGE FESTAK-Stand mitbrachte, Georg Steinbüchel, Uwe Bätz und viele mehr gaben sich ein Stelldichein.

Zwischendurch betrat Walter Schuster den Händlerbereich und verkündete, dass sich der Start der SOL um einige Minuten verzögern würde, technische Probleme seien der Grund. Aber gegen 10:15 Uhr würde der Con dann eröffnet. Ob das wohl ein böses Omen war oder doch schon die Vorboten einer lokalen Hyperimpedanz? Joe Kutzner hatte schon am Vorabend berichtet, dass es beim Testlauf seines Vortrags Probleme gab. Sei es drum, wenig später ging es dann wirklich los – im Hauptsaal, pardon, im Mittelteil der SOL begann die Startsequenz des Generationsraumschiffs. Der Saal wollte sich zwar nicht ganz füllen, war aber doch sehr gut besetzt. Das Orga-Team des Frankencons trat mit eigens hergestellten SOL T-Shirts und Käppis auf, so dass jeder sofort erkennen konnte, an wen er sich mit seinen Fragen wenden konnte.

Rita Grünbein begrüßt uns galant wie immer, verlas das Grußwort von Dr. Günther Beckstein, der wiederum die Schirmherrschaft über den Frankencon übernommen hatte. Danach hieß uns der Bürgermeister von Schwanstetten, Herr Koltzenburg, willkommen und während der Saal sich verdunkelte, wurde der Con mit einem kurzen Video (von Gernot Semmer produziert) eröffnet.

Es zeigte die Galaxien der lokalen Gruppe, unterlegt mit sphärischer Musik. Ein kurzer Opener, der gut auf das Con-Programm einstimmte! Daraufhin betrat Walter Schuster die Bühne und hieß uns an Bord der SOL willkommen, dem letzten freien Platz für Menschen, die nicht der Aphilie unterliegen. Für den Start von der Erde bat er einen Teil der Mannschaft auf die Bühne, welche zusammen mit Bordpositronik SENECA (gesprochen von Marvin Seifert) die Startsequenz des Raumschiffs SOL einleiten sollten. Die Vorhänge der Bühne öffneten sich und ein riesiges Banner der Raumschiffzentrale kam zum Vorschein. An dieser Stelle muss man einfach mal den Ideen-reichtum der Veranstalter loben, immer wieder schaffen sie es, sich mit solchen originellen Einlagen von anderen Cons abzuheben. Die stimmungsvolle Dekoration tat da natürlich ihr Übriges. Nach dieser kurzen Sequenz bat Walter Schuster dann Alaska Saedelaere auf das Podium. Damit es schneller ging, bat er ihn durch einen Transmitter, der neben der Bühne stand. Wie jeder weiß, ging dieser Transport schon innerhalb der Rhodan-Serie schief, natürlich auch in Schwanstetten. Alaska trat mit dem Cappin-Fragment aus dem Transmitter, das sich in seinem Gesicht festgesetzt hatte. Ein Glück, dass sich Walter Schuster noch abwenden konnte, sonst wäre er dem Wahnsinn verfallen. Natürlich stritt er jede Schuld an dem Unfall ab ;-) Das hinderte Alaska aber nicht daran, auf dem Podium einen Vortrag über die Geschichte der SOL zu halten. Hinter einer Maske aus Stanniolpapier verbarg sich kein geringerer als Dieter Reich, der sichtlich Spaß an der Rolle des Transmittergeschädigten hatte. Sein »kurzer« Abriss über die Historie der SOL veranschaulichte noch einmal das gesamte Spektrum dieses Generationsraumschiffs, angefangen vom Bau im Mahlstrom der Sterne bis hin zu den aktuellen Abenteuern in der Galaxis Hangay.

Gegen 11:15 Uhr beendete Alaska (Dieter) seinen Bericht und Joachim Kutzner stellte das neue Gedenkbandprojekt des TCE vor. Nach den Gedenkbänden für Peter Terrid und Clark Darlton erscheint nun der dritte Nachruf auf einen bekannten Autor der Rhodan-Serie. Kurt Kobler ist diesmal alleiniger Initiator des Projekts, Joe Kutzner unterstützte ihn bei Korrektur- und Layout-fragen. Da Kurt nicht zum Frankencon kommen konnte, stellte Joe Kutzner stellvertretend für ihn das Projekt vor, das in den nächsten Wochen abgeschlossen wird. Zuvor gab es einige Besuche von Kurt Kobler und Peter Scharle bei Frau Scheer. Der Band versteht sich als fännische Ergänzung zu der gelungenen Biografie von Heiko Langhans. Der Gedenkband wird diesmal als zweibändiges Exemplar mit CD-ROM erscheinen, mit viel Glück sogar im Pappschuber. In bewährter Manier wurden Interviews, Artikel, Storys und Fotos des Gründervaters der Rhodan-Serie gesammelt, ergänzt durch Schmankerl wie Daten-Exposés der SOL (passend zum Con-Thema) oder dem PR-Roman 350. Die CD-ROM enthält zahlreiche Abbildungen von Büchern K.H. Scheers, sowie zwei Filmbeiträge. Einen davon präsentierte uns Joe, dazu einige Audioaufnahmen – ein recht kurzweiliger und spannender Vortrag, der Lust auf den Gedenkband machte. Der TCE hat sich mit den vorangegangen Gedenkbandprojekten einen guten Namen gemacht, deshalb bin ich mir sicher, dass auch diese Ausgabe ein voller Erfolg werden wird. Ich kann es den Herausgebern nur wünschen!

Nach Joes Vortrag stand erst mal die Mittagspause an. Die war auch dringend nötig, so ein Flug im Raumschiff macht Hunger ;-) Also ließen es sich Nobby und ich im Catering-Bereich gut schmecken. Zu uns gesellten sich Thomas Gerngroß und Bernhard Hegel. Der Händlerbereich war diesmal eigentlich immer gut gefüllt, dagegen sah man im Hauptsaal leider sehr wenige Fans. Ich hatte den Eindruck, dass auch das Orga-Team sehr enttäuscht war über die geringe Besucher-zahl. Der guten Laune tat das aber keinen Abbruch! Ich freute mich über die Leute, die da waren, einige hatte ich sehr, sehr lange Zeit nicht gesehen, z.B. Detlef Dörres, unseren Stammtisch-Kontakter, der auch seine reizende Frau Mei dabei hatte. Nach unserer Stärkung erkundeten Nobby und ich den hinteren Teil der SOL. Eine riesige Ausstellung zum Thema »40 Jahre RAUMPATROUILLE ORION« mit zahlreichen Fotos und Modellen war zu sehen, geleitet von Rita Grünbein und ihrem Lebensgefährten. Raimund Peter stellte sein beindruckendes Space-Jet Modell aus, Stefan Lechner war hier und Swen Papenbrock verkaufte Farbkopien seiner PR-Titelbilder. Natürlich hatte er auch Originale ausgestellt und ich musste zum wiederholten Mal feststellen, welch ein großer Unterschied zwischen einem Originalgemälde und dem Druck am Heft-Cover besteht! Da geht schon unheimlich viel an Qualität verloren. Ich nutzte die Zeit für ein Gespräch mit Swen und seiner Partnerin Marion, viel zu selten hatten wir uns in letzter Zeit gesehen. Im abgetrennten Bereich dieses Hallenstücks hatten auch die Tradingcard-Spieler ihre Zelte aufgeschlagen. Von restlichen Conprogramm ungestört, frönten sie hier ihrem Turnier.

Um 14:00 Uhr war die Mittagspause vorbei und der nächste Programmpunkt stand an. Walter Sehrer hielt einen Powerpoint-Vortrag über Generationsraumschiffe und speziell natürlich über die SOL. Dabei ging er auch der Frage nach, welche psychologischen Auswirkungen das enge Zusammenleben auf die Besatzung eines solchen Generationsraumschiffs hat. Mit dieser und ähnlichen Fragen weckte Walter das Interesse des Publikums. Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit den Programmpunkten von Wilfried A. Hary und seinen Hörbuchprojekten, sowie der Edition DORIFER und dem Rollenspiel. Beide Programmpunkte ließ ich aber sausen. Wilfrieds Hörbücher waren mir wohl bekannt, und das Rollenspiel interessierte mich weniger. Am TCE-Tisch traf ich Toni Berger und Monika Abt an und mit Freuden sah ich, dass mittlerweile Hubert Haensel mit Familie, Frau Mahn, Bernhard Stoessel und Ralph Voltz eingetroffen waren. Auch Robert Straumann und sein Sohn Florian waren mittlerweile da, Florian belegte gleich den bestellen Tisch und begann, für die spätere Versteigerung einige kleine PERRY RHODAN-Figuren zu bemalen! Auch Robert präsentierte neue Arbeiten und ließ Heinz Hell einige Originale für die Versteigerung aussuchen. Das Frankencon-Team konnte wirklich zufrieden sein, eigentlich waren alle geladenen Ehrengäste mittlerweile da. Einzig Andreas Adamus und Achim Schnurrer ließen auf sich warten, vermutlich kam ihnen an diesem Wochenende etwas dazwischen. Trotz dieser freudigen Umstände vermisste ich traditionelle Gäste wie Robert Vogel, Klaus Bollhöfener und Eckhard Schwettmann (alle drei waren auf dem vorverlegten FED-CON anwesend und konnten deshalb dieses Jahr nicht zum Frankencon kommen) – aber man kann halt nicht alles haben. Die Frage ist natürlich, wer da nun mehr verpasste. Meinem Empfinden nach eindeutig die genannten Personen, denn wir hatten sicherlich mehr Spaß am Frankencon, als an einem ollen Trekkietreffen ;-) Man merkt schon, die Atmosphäre auf dem Con stimmte einfach.

Auch H.G. Ewers brachte einen interessanten Vortrag zum Thema Mars, doch schon hier merkte man, es braut sich etwas zusammen im Hyperraum. Der Videobeamer im Hauptsaal bockte, zeichnete rote Streifen in die Bilder von H.G. Ewers Marstrainingsfotos – waren das die Vorboten der Hyperimpedanz? Vermutlich ja, denn der anschließende Vortrag über die RAUMPATROUILLE ORION konnte nicht gezeigt werden. Der Videobeamer wollte einfach nicht mehr, Gott sei Dank konnte durch Stefan Nachtrab vom PERRY RHODAN-Stammtisch Nürnberg schnell für Ersatz gesorgt werden. Da dies aber alles viel Zeit in Anspruch nahm, wurde die Abendessenpause einfach vorverlegt. Man merkte, dass dies das Con-Team wurmte, aber mich störte es nicht. Kein Con ohne technische Panne, und die ersten zwei Frankencons kamen ohne Probleme mit dem Videobeamer aus, irgendwann musste es ja ein solches Problem geben. Allerdings verstand ich auch die Nervosität des Orga-Teams – der Vortrag über die RAUMPATROILLE ORION oder der ARGE FESTAK-Fanfilm als Programmhöhepunkt waren einfach zu sehr abhängig von diesem Gerät.

Sei es drum, die Fans waren nicht böse, sondern nutzten die Zeit zum ausgiebigen Abendbrot. Ich für meine Person zog mich mit den Straumanns, Rainer Sametinger, der Münchner Delegation und Norbert Reichinger zum Griechen ums Eck zurück. Auch Walter Schuster und seine Familie nutzen die Zeit für eine Pause. Natürlich ging es wieder sehr lustig zu und aus den Gesprächen konnte man deutlich heraushören, dass die anwesenden Fans ihren Spaß hatten und die Veranstaltung genossen.

Nach einem opulenten Mahl kehrten wir um 18:30 Uhr in die Gemeindehalle zurück und siehe da, alle technischen Probleme hatten sich in Wohlgefallen aufgelöst. Rita Grünbein hielt einen hochinteressanten und informativen Vortrag über die Geschichte der Fernsehserie RAUM-PATROUILLE ORION. Immerhin hat die Serie nun auch schon 40 Jahre auf den Buckel und war die erste und einzige europäische SF-Coproduktion (der Großteil wurde von Deutschland produziert, Frankreich war mit beteiligt). Rita räumte mit einigen Legenden rund um die Serie auf (z.B., dass das bekannte Bügeleisen von der Firma Rowenda stammte oder für die Lampen der ORION Pappbecher verwendet wurden), förderte seltene Produktionsfotos zu Tage und wusste viel Neues zum Thema ORION zu berichten. Ein besonderes Schmankerl hatte Rita noch am Schluss auf Lager – einen Ausschnitt aus einer VIVA-Sendung aus dem Jahr 2000 mit Tobias Schlegel, bei der Peter Thomas und Klaus N. Frick zu Gast waren. Ich kannte die Sendung zwar schon, aber es war herrlich, sie mal wieder zu sehen (vor allem, weil sich Tobias Schlegel mit seiner Unwissenheit richtig zum Kasper machte, der arme Klaus N. Frick tut mir heute noch leid, weil er das mitmachen musste). Der Saal tobte vor Lachen!

Ich freute mich sehr, dass auf dem Frankencon endlich auch mal andere Themen außer Rhodan behandelt wurden. Das Hörbuchthema von Wilfried A. Harry, der ORION-Teil und der Vortrag von Johannes Rüster am Sonntag bewiesen, dass auf einem »reinen« PERRY RHODAN-Con auch andere Themen Platz haben, ohne die spezielle Atmosphäre eines Themencons zu zerstören! Ein richtiger Schritt des Orga-Teams.

Direkt nach dem Vortrag von Rita folgte das nächste Highlight des Cons – die traditionelle Versteigerung! Ein sehr wichtiger Programmpunkt für den Con, bessert er doch sehr die Kasse des Orga-Teams auf und finanzierte so den Con mit. Und wer wäre besser als Auktionator geeignet als Bernhard Stoessel! Wie kein zweiter versteht er es, so eine Auktion anzuheizen und Geld in die Kasse zu bringen. Auf der Bühne konnte man schon die verschiedenen Objekte bewundern. VPM hatte sich nicht lumpen lassen und ein großes Paket mit PERRY RHODAN-Artikeln geschickt, dann gab es originale Vorskizzen des neuen PERRY-Comics von der Alligator-farm, daneben lagen diverse gespendete Taschen- und Hörbüchern sowie Heftromanen und die vorweg genannten Originalzeichnungen von Robert Straumann. Als Highlight gab es einen Satz Gläser mit PR-Schriftzug (welche von VPM nur an Autoren und Werbekunden ausgegeben wurden) und eine Original-Risszeichnung von Bernhard Stoessel. Die originellsten Beiträge waren zwei Fantrucks mit Frankencon-Aufdruck (hergestellt von Heinz Hell), sowie die bemalte Valenterfigur von Florian Straumann. Was soll man sagen, die Auktion lief wie am Schnürchen. Rita Grünbein und Bernhard Stoessel hatten das Publikum im Griff, auch wenn sie sich über die Vorgehensweise nicht immer einig waren ;-) Die Kasse füllte sich zusehends und man sah sehr zufriedene Gesichter – auf Seiten der Con-Veranstalter (beim Anblick der Kasse) und bei den Fans (beim Anblick des ersteigerten Objekts). Ich selbst schlug auch kräftig zu und wurde so stolzer Besitzer eines Fantrucks, einer Vorskizze des PERRY-Comics und – darauf bin ich besonders stolz – einer Originalzeichnung von Robert Straumann, die Perry Rhodan zeigt. Ein sehr gelungenes Motiv, das ich mir vom Künstler natürlich anschließend sofort signieren ließ!!! Sammlerherz was willst du mehr? Als alle Sachen versteigert waren, wurde wie im letzten Jahr auch wieder Bernhards Hammer versteigert, diesmal mit einer Holzscheibe, auf der alle Ehrengäste signiert hatten. Die Versteigerung war also ein voller Erfolg!

Nun folgte schon der Abschluss des Hauptprogramms dieses Veranstaltungstages. Nach dem großem Erfolg des »Konzils der Fünf« vor zwei Jahren, ließ es sich das Team der ARGE FESTAK nicht nehmen und produzierte wieder einen Fanfilm für das Abendprogramm. Auf diese Vorführung war ich besonders gespannt! Konnte das Orga-Team wieder an den Erfolg ihres Erstlings anknöpfen? Ja, es konnte, wäre da nicht das Kreuz mit einer Aufnahme in einer Halle und die Wiedergabe im Hauptsaal der Gemeindehalle gewesen. Das Ende des Lieds war, dass viele gute Ideen und Gags anhand eines schlechten Tons untergingen. Sehr schade, denn das Orga-Team hatte einen sehr guten Kurzfilm produziert. Inhaltlich ging es um die Hintergründe, warum die PERRY RHODAN-Verfilmung noch nicht weiter fortgeschritten ist. Im Film fliegen Klaus N. Frick (Marvin Seiffert) und Klaus Bollhöfener (Werner Bald) nach Hollywood, um sich mit dem Produzenten BIG SHOOT (Walter Schuster) über die anstehende Verfilmung der Rhodan-Serie zu unterhalten. Welche Rollen dabei Bruce Willis (Werner Bald), Big Shoots Sekretärin (Rita Grünbein), Roland Emmerich (Gernot Semmer), Georg Lucas (Heinz Hell) und Mel Gibson (Walter Sehrer) dabei übernahmen und wie Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis mit ins Geschehen gebracht wurden, das schaut ihr euch am besten selbst an. Den Film wird es in Kürze auf der Homepage der ARGE FESTAK (www.festak.de) als DVD zu bestellen geben! Es lohnt sich auf jeden Fall, den Film noch mal in aller Ruhe zu Hause anzugucken. Eventuell wird es auch eine Nachbearbeitung des Tons geben – warum dies nicht vor dem Con gemacht wurde, kann ich mir nur mit dem engen Zeitplan erklären (schließlich waren dieselben Leute an dem Projekt beteiligt, die in ihrer Freizeit neben den normalen Con-Vorbereitungen auch noch diesen Kurzfilm produziert hatten). Trotzdem sollte beim nächsten Mal von vornherein eine Nachvertonung in Betracht gezogen werden. Dass dies möglich ist, beweist ja schon der Reinschnitt des Telefonats mit der Stimme von Arnold Schwarzenegger (Heinz Hell). Nichtsdestotrotz ist dieser Film ein Kleinod fännischer Kreativität. Mit sehr viel Liebe zum Detail werden die Figuren und Räume dargestellt. Einfach göttlich wenn Walter Sehrer Mel Gibson imitiert, Gernot Semmer den sparsamen, schwäbelnden Roland Emmerich spielt oder Walter Schuster als Big Shoot das Klischee des Hollywoodproduzenten mit Zigarre, Oskar und Whiskey perfekt darstellt (teils zwar etwas übertrieben, aber dennoch sehr authentisch ;-). Die Traumfabrik wird gekonnt durch den Kakao gezogen. Trotz des schlechten Tons (der leider viel zu viele gute Ideen und Gags versanden ließ), amüsierte ich mich köstlich. Die immer wiederkehrende Beschwörung der epischen Breite des Inhalts der Rhodan-Serie durch Klaus N. Frick und Bollhöfener gegen die kruden Ideen der Hollywoodproduzenten Emmerich, Lucas und Gibson inspirierten mich zum Titel dieses Berichts. Der dritte Frankencon bot mit seiner Con-Thematik des Generationsraumschiffs SOL wirklich die komplette epische Breite der Rhodan-Serie in den fränkischen Weiten unseres Universums. Der Streifen »Romance in Space« hatte mir jedenfalls großen Spaß gemacht! Nach dem Ende dieses 40-minütigen Films verkündete Walter Schuster, dass der offizielle Teil des Cons nun bestritten war und der gemütliche Teil in der Bürgerstube nebenan folgen würde. Gesagt, getan – die Halle leerte sich und der extra angemietete Saal der Bürgerstube füllte sich. Bei gutem Essen, Gesprächen und Getränken wurde der bisherige Tag reflektiert und auch über andere Themen gequatscht. Der Tag war schnell vergangen, der Abend in der Bürgerstube verging noch schneller – als Erich Herbst und Jürgen Müller in ihr Hotel aufbrachen, schloss ich mich hundemüde an. Das dürfte so um 0:30 Uhr gewesen sein ... oder?

Sonntag 21.05.2006
Rücksturz in die Realität

Am nächsten Morgen brach ich nach einem stärkenden Frühstück wieder zum Con auf. Norbert Reichinger holte mich dankenswerterweise wieder ab! Gegen 9:30 Uhr kamen wir in Schwanstetten an, wo im Händlerbereich gerade die Signierstunde mit den Ehrengästen in vollem Gange war. Amüsiert musste ich feststellen, dass einige der signierenden Autoren ganz schön müde aus den Augen guckten – na, ob da der eine oder der andere gestern Abend nicht zu tief ins Glas geguckt hatte? Ich will natürlich niemandem etwas unterstellen, aber das fränkische Bier schmeckt halt mal recht gut – auf jeden Fall wurde es bei einigen Anwesenden wesentlich später als bei mir, das sah man ihnen an *g*.

Etwa um 10:00 Uhr fand im Hauptsaal der Programmpunkt mit Arndt Ellmer und Achim Mehnert statt. Beide Autoren stellten sich den Fragen der anwesenden Fans. Es waren zwar meist die gleichen Fans, die Fragen stellten (z.B. Gernot Semmer, Heinz Hell, Marvin Seiffert oder meine Wenigkeit), dennoch entwickelte sich eine sehr angenehme Stunde. Arndt Ellmer beantwortete die gestellten Fragen mit viel Geduld und bestem Wissen und Gewissen (wenn auch oft mit einem hilfesuchenden Blich zu Achim Mehnert). So verging die Zeit wie im Fluge und beide Autoren waren sichtlich erleichtert, als uns endlich keine Fragen mehr einfielen ;-)

Der anschließende Programmpunkt »Nerdish by Nature? Wie (wir) Fans in Wort und Bild wegkommen« von Johannes Rüster war für mich neben der gelungen Fragestunde das Highlight des zweiten Con-Tages. Allgemein ist der Sonntag ja ein undankbarer Tag, allzu viele Besucher nutzen ihn zum Abbau ihrer Stände und zur Abreise. Trotzdem waren diesmal ca. 20 Fans in der Halle anwesend, die nun einen gelungenen Vortrag von Johannes Rüster zu hören bekamen. Hier ging es um die Darstellung von SF- und Fantasy-Fans (also uns) und mit welchen Klischees sie von der Gesellschaft gesehen werden. Es gab wohl keinen Anwesenden, der sich in den Darstellungen nicht selbst wiedergefunden hätte. Aber sind SF- Fans wirklich so anders als »normale« Menschen, die sich in Fußballclubs, Kaninchenzuchtvereinen oder dergleichen organisieren? Was unterscheidet den Tradingcard-Sammler von einem Briefmarkensammler? Ist ein Rollenspieler wirklich so ein realitätsfremder Phantast, wie ihn die Medien so gerne darstellen? Johannes stellte mit diversen Ausschnitten aus Filmen (wie z.B. »L.I.S.A. – der helle Wahnsinn«, »Im Labyrinth der Monster«) oder der Comicserie DIE SIMPSONS die verzerrte Anschauungs-weise der Fans in den Medien dar und kam dabei zu dem beruhigenden Schluss, dass doch viel zu viel übertrieben ist und wir Fans uns diesen Schuh doch wohl nicht wirklich anziehen lassen sollten. Stehen wir zu unserer Subkultur! Der Vortrag war sehr erheiternd, stimmte mich aber auch nachdenklich, war doch am Vortag eine Arbeitskollegin aus meiner Firma mal zufällig im frei begehbaren Händlerbereich aufgetaucht und doch ziemlich entsetzt, welche seltsame Sachen da angeboten wurden. Dabei laufen auf unseren Cons gar keine verkleideten Klingonen herum, der Großteil der angebotenen Ware besteht aus Heftromanen und Büchern. Wie entsetzt wäre sie erst auf dem FED-CON gewesen, wo Vulkanier, Andorianer und Romulaner an ihren Ständen Waffen, Schmuck und Figuren anbieten, die alle »nicht von dieser Welt« sind. Der Vortrag von Johannes katapultierte mich wieder zurück in die Realität – und auch die SOL verwandelte sich allmählich in die Gemeindehalle Schwanstetten zurück. In den beiden SOL-Zellen wurde fleißig gepackt und aufgeräumt – der CON näherte sich seinem Ende. Die anwesenden TCE-Clubmitglieder nutzten noch die Gunst der Stunde für ein Gruppenfoto – neben der ARGE FESTAK war der TCE immerhin die zweitgrößte Gruppierung auf diesem Con. Ich selbst bin ja Mitglied in beiden Clubs ;-) Anschließend wurde der TCE-Stand aufgelöst und gemeinsam gingen wir in die Bürgerstube zum Mittagessen. Damit endet der dritte Frankencon für mich. Joe Kutzner war so nett, mich noch nach Hause zu fahren. Nach dem Abschied von den noch anwesenden Gästen und dem Orga-Team, machen wir uns auf dem Heimweg.

Fazit

Der dritte Frankencon war eine sehr gelungene, gut durchdachte und perfekt organisierte Veranstaltung! Man merkt dem Orga-Team die nun mehrjährige Erfahrung mit dem Ausrichten solcher Cons an! Das Frankencon-Team blieb seiner Linie treu – und das war auch gut so. Dass die Technik versagte, hatte der Qualität des Programms keinen Abbruch getan. So etwas passiert, davon bleibt keiner verschont. Wichtig war die schnelle und souveräne Lösung dieses Problems – und nun mal ehrlich, ob die Abendbrotpause nun eine Stunde früher oder später stattfand, war doch völlig egal.

Sehr schade ist, dass die Mühe des Teams, welche sie in Werbung, Vorbereitung, Planung, Dekoration, Programm und Con-Buch steckt, einfach nicht von hohen Besucherzahlen oder dem regionalen Interesse von Fans goutiert wird. Nach drei Frankencons mit ähnlich niedrigen Besucherzahlen, sollte sich das Team nun endgültig nach einer neuen Con-Lokalität umsehen. So schön und perfekt das Gemeindezentrum von Schwanstetten auch ist, es wird vom Fandom einfach nicht akzeptiert! Dann lieber ein kleineres Gebäude im Zentrum Nürnbergs, das den Besucherzahlen anpasst ist und zentraler liegt. Denn die anwesenden Besucher und Ehrengäste wissen, was sie am Frankencon und seinem Team haben, das kann man aus jedem Gespräch heraushören. Und meist sind es ja die selben Gesichter, die man auf den drei Veranstaltungen gesehen hat.

Daher wäre mein Wunsch für die Zukunft: Frankencon 4!!! Vielleicht wo anders, etwas kleiner – aber auf jeden Fall weitermachen. Ich hoffe, das Frankencon-Team ist nicht zu frustriert, verbraucht oder demoralisiert, denn dazu besteht kein Grund. Ihr habt einen tollen Job gemacht – und ich habe den Con genossen. Ich habe mich köstlich amüsiert, nette Leute getroffen und bin durch ein gutes Programm unterhalten worden. Die 18,- Euro Eintritt haben sich wirklich gelohnt!

Frankencon 4 – Leute, zieht es durch! Wenn’s mein Job zulässt, bin ich im Con-Team wieder dabei – wenn nicht, dann auf jeden Fall als Besucher! Versprochen.

Copyright by Andy Schmid

[Fotos von Erich]

 


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