GARCHING 2007
DER BERICHT

 

Zum Fotoalbum Out-Takes


Zu Beginn gleich eine Verabschiedung – nämlich von allen Leuten, denen ich vor der Abreise nicht mehr die Hände schütteln konnte, weil sie noch im Saal beim letzten Programmpunkt von Uwe Anton waren oder sich sonst irgendwo in den Weiten des Garchinger Bürgerhauses herumtrieben. Aber wenn man regelmäßig die »Con-Tradition in Deutschlands Süden« besucht, die heuer vom 8. bis 10. Juni stattfand, dann kennt man natürlich die meisten anwesenden Fans. Organisiert wurde der Garching-Con 7 wieder in bewährter Weise vom PERRY RHODAN-Stammtisch »Ernst Ellert« München und dem PERRY RHODAN Online Club e.V., und man muss den Veranstaltern wieder ein großes Lob für die gelungene und reibungslos abgelaufene Convention aussprechen. Leider hatten im Vorfeld einige Ehrengäste wie Arndt Ellmer, H.G. Ewers oder Michael Nagula abgesagt, aber das kommt bei den besten Cons vor. Ebenso gefehlt haben leider auch Franz Miklis, der wegen Arbeitsüberlastung nicht kommen konnte oder der angekündigte Arndt Drechsler. Aber zum Glück ist der Rhodan-Promi-Ansturm auf Garching immer so groß, dass man trotzdem auf Schritt und Tritt über Autoren, Zeichner oder andere kreative Köpfe aus dem Perryversum stolpert. Außerdem waren auch zahlreiche Autoren der neuen Serie SUNQUEST aus Uschi Zietschs Fabylon-Verlag anwesend, die auf keiner Ehrengast-Liste geführt worden waren.

Rhodan GArching 2007

Es wurde wieder ein breites Spektrum an Präsentationen, Attraktionen und Informationen geboten, so dass die beiden Con-Tage wie üblich viel zu kurz waren, um sich durch das komplette Sortiment von Vorträgen, Vorführungen, Gesprächsrunden, Verkaufsständen und vielem mehr durchzuarbeiten. Vor allem musste man immer wieder Erholungspausen an schattigen Plätzen bei eisgekühlten Getränken einlegen, da die Temperaturen im Bürgerhaus Treibhausqualität hatten und den Aufenthalt zu einer schweißtreibenden Angelegenheit machten. Trotzdem war der große Vortragsaal immer wohlgefüllt, auch wenn insgesamt diesmal etwas weniger Besucher als vor zwei Jahren anwesend gewesen sein dürften. Die Veranstalter konnten aber letztendlich eine positive Bilanz ziehen und so darf man wohl zu Recht davon ausgehen, dass diese »Con-Institution« der Fangemeinde auch weiterhin erhalten bleibt. Nicht so rosig dürfte es für den Franken-Con aussehen, der bisher drei Mal in Schwanstetten bei Nürnberg abgehalten worden war – zur Zeit ist noch unklar, ob es die Veranstaltung nur mehr in einer 1-tägigen abgespeckten Version oder vielleicht gar nicht mehr geben wird.

Erstmals gab es heuer vom Con eine Live-Berichterstattung unter http://blog.garching-con.net, bei der die rasenden Reporter Ralf König, Nils Hirseland, Alexander Nofftz, Jonas Hoffmann und einige andere am PROC-Tisch in die Tasten hämmerten und aktuelle Stimmungsberichte online stellten. Ergänzt wurde das ganze noch mit Fotos, die unter anderem auch vom offiziellen Immer-Und-Überall-Zugleich-Con-Fotografen Martin Steiner kamen. Diese für alle Daheimgebliebenen äußerst begrüßenswerte Einrichtung hat natürlich auch ihre Schattenseiten – die Conberichte-Schreiber werden arbeitslos! Was soll man denn noch schreiben, wenn schon alles gesagt wurde? Andererseits kann man aber die gewonnene Zeit dazu nutzen, liegengebliebene PR-Romane nachzulesen oder sich einer der zahlreichen Publikationen aus dem PR-Umfeld zu widmen – insbesondere nach der sehr schön aufbereiteten Diashow der Titelbilder des aktuellen Zyklus, inklusive der noch nicht erschienen (!), die schon ein paar Geheimnisse des Finales preisgaben. Auf Band 2399 war Dantyren zu sehen, was natürlich zu einigen Spekulationen Anlass gab.

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Uwe Anton und Rainer Castor

Die Exposés gibt es jedenfalls bis Nummer 2407 und bis dahin wird auch die SOL nicht auftauchen – diese und viele andere Informationen gab es in der »Elefantenrunde« am Samstagnachmittag, bei der alle Autoren samt Verlagsmitarbeitern auf der Bühne saßen, obwohl natürlich die wirklich interessanten Dinge der sogenannten »temporären Con-Amnesie« der Geheimnisträger zum Opfer fielen. An dieser Stelle möchte ich aber nun wirklich auf das Live-Blog vom Con verweisen, das detailliert alle Fragen und Antworten inklusive dem unvermeidlichen Fixpunkt »Dimesextatrieb-werk« auflistet. Ganz kurz zusammenfassend kann man jedoch feststellen, dass viel geredet, aber nichts gesagt wurde – der Weg ist das Ziel!

Die Eröffnung der Veranstaltung fand diesmal durch die 2. Bürgermeisterin von Garching, Hannelore Gabor, statt, die die Abhaltung der Veranstaltung sehr begrüßte und auch im Anschluss bei Gesprächen mit Fans und Künstlern sehr interessiert am Perryversum wirkte. Davor gab es allerdings noch einen witzigen animierten Con-Opener mit Gucky als brüllenden Löwen und Perry als James Bond und natürlich die Eröffnungsrede von Dida Wengenmayr. Die Ehrengäste wurden ebenfalls auf der großen Leinwand präsentiert, auch wenn einige von ihnen nach einer langen Nacht noch nicht vor Ort waren. Wohl auch deshalb war für den Vormittag keiner aus der Autoren- und Zeichnerriege eingeteilt, nur das Risszeichnerteam war auf der Bühne präsent und diskutierte mit dem Fans über die verschiedenen Arbeiten.

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Reinhard Habecks Rüsselmops

Gleich nach der Eröffnung wurden zunächst noch zwei neue Briefmarken aus dem Perryversum vorgestellt. Dida Wengenmayr und Erich Herbst stellten die »Gezackte Protem« vor, eine Marke, die in einem ATLAN-Roman von H.G. Francis beschrieben und von Swen Papenbrock danach gezeichnet worden war. Dabei handelt es sich um eine sogenannte personalisierte Briefmarke der Österreichischen Post, die frankaturgültig ist und so wie alle anderen Marken der Post verwendet werden kann. Danach erzählten Erich Loydl, österreichischer Kontakter der PRFZ und Betreiber der FROSTRUBIN-Homepage, und der Künstler Reinhard Habeck einiges über die Entstehung der »Rüsselmops«-Marke. Der Rüsselmops ist Reinhards bekannteste Comicfigur und wurde vor 18 Jahren erfunden; zum Namen der Figur wurde Reinhard durch Erich von Däniken inspiriert. Nun gibt es für den grünen Kerl, dessen Abenteuer auch schon seit vielen Jahren in den PR-Reports veröffentlicht werden, eine eigene Briefmarke. Außerdem hatte Reinhard Habeck aus Anlass seines 20-jährigen Künstlerjubiläums eine wunderschöne handgearbeitete und limitierte Mappe dabei, die mit zahlreichen Kunstdruckblättern ebenfalls dem Rüsselmops gewidmet war.

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Raimund Peter, der Macher des Andromeda-Films

Weiterer Programmpunkt am Vormittag war die Vorführung von Raimund Peters animiertem Film zur »Straße von Andromeda«. Zunächst wurde der erste Teil der einstündigen, sehr werkge-treuen Verfilmung gezeigt. In etwa eineinhalbjähriger Arbeit hatte Raimund diesen Film ganz alleine auf die Beine gestellt und das Ergebnis war wirklich profimäßig. Das Publikum war schwer begeistert und spendete dafür minutenlangen Applaus. Auf die Frage eines Fans, ob man seitens des Verlages dieses Projekt unterstützten und allen Fans zugänglich machen wird, wurde immerhin in Aussicht gestellt, »dass man sich etwas dazu überlegen wird«. Der zweite Teil, der am späteren Nachmittag vorgeführt wurde und sogar eine kleine Raumschlacht zeigt, wurde vom Publikum ebenso begeistert aufgenommen und war sicher ein Highlight der Convention. Viele Screenshots aus dem Film samt Handlungstext kann man HIER sehen.

In der Mittagspause war es sehr ruhig im Bürgerhaus – die Fans verteilten sich auf die nahegelegenen Lokale, allen voran natürlich die »Bürgerhaus-Stuben«, die diesmal auf den Ansturm der Gäste besser vorbereitet war als beim letzten Mal, auch wenn es nach wie vor einige Pannen gab. Exzellent war das Spargelschaumsüppchen im Rex-Glas mit Tomatenstücken und Salatgarnierung, aber auch der Schweinsbraten, der leider nur am Sonntag serviert wurde, war ausgezeichnet. Wie üblich gab es auch ein Buffet im Con-Gebäude, bei dem man kleinere (und billigere) Mahlzeiten erstehen konnte.

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Familie Borsch

Wer noch Zeit hatte, durchforstete zur ruhigen Mittagsstunde die Gänge und den Nebensaal des Gebäudes, wo Händler, Clubs und Künstler ihre Tische aufgebaut hatten und Fanmaterial feilboten. Allen voran natürlich Reinhard Rauscher, der mit seiner Bananenkartonarmada einen großen Teil der Fläche mit Heften und Büchern belegte. Ansonst waren alle bekannten Clubs vertreten, und von den Künstlern boten Swen Papenbrock, Reinhard Habeck, Stefan Lechner oder Andreas Adamus ihre Werke an. Gleich neben dem Stand des Wiener PERRY RHODAN-Stamm-tisches hatte der Fabylon-Verlag mit Uschi Zietsch und Gerald Jambor sein Lager aufgeschlagen und war Anlaufstelle für viele Autoren, allen voran Ernst Vlcek.
Gleich beim Eingang war am Samstag ein Sonderpostamt mit einem eigenen Sonderstempel zu finden. Zwar musste die große Briefmarkenausstellung im Rang 3 im Rahmen der Garchinger Weltraumtage wegen dem Tod des Organisators abgesagt werden, aber immerhin das Postamt wurde für die Sammler bereitgestellt.

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Swen Papenbrock

Für den Plausch mit befreundeten Fans blieb wie üblich wenig Zeit, obwohl dies für viele der Hauptgrund ist, solche Veranstaltungen zu besuchen. Und das Faszinierende ist immer wieder, dass man Leute zwei Jahre nicht sieht, sich aber trotzdem sofort wieder so gut und vertraut unterhalten kann, als wäre man eben nur mal kurz draußen gewesen. Überhaupt herrschte immer eine sehr entspannte und familiäre Atmosphäre, und Auseinandersetzungen gab es nur bei der abendlichen Versteigerung von Fanartikeln, bei der sich die Kontrahenten mittels Handzeichen duellierten. Die von Rita Grünbein und Erich Herbst geleitete Auktion brachte wieder einige Einnahmen für die Clubkassa, insbesondere auch durch ein Originalgemälde von Johnny Bruck für ein TERRA-Titelbild, das von seiner Witwe Bonnie beigesteuert worden war. Aber auch der Schweizer Zeichner Robert Straumann stellte Werke zur Verfügung, ansonst wurden noch massenweise japanische Ausgaben von PERRY RHODAN unter die Fans gebracht. Die Gastrolle in einem Roman wurde erst am Sonntag versteigert und brachte auch noch einen schönen Zuschuss für die Organisatoren.

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Das PERRY RHODAN-Sammelkartenspiel

Nach dem Mittagessen ging es mit der »Perrypedia« weiter, einer Wikipedia für das PR-Universum, die mittlerweile seit drei Jahren geführt wird und rund 10.000 Einträge hat. Alexander Nofftz und Jonas Hoffmann referierten über dieses Projekt, das auch den Autoren oftmals als Nachschlagewerk dient. Im Anschluss wurde Frank Borsch von Stefan Friedrich zu seiner Trilogie ALIEN EARTH interviewt, wobei die Zuhörer einiges zur Handlung und zu den Charakteren erfahren konnten.

Allerdings gibt es bei jedem Con zwei Gruppen, die vom Vortragsprogramm so gut wie nichts mitbekommen – zum einen sind das die Sammelkartenspieler, für die von FanPro ein sogenanntes »Sealed Turnier« abgehalten wurde, bei dem man die heißbegehrte Sammelkarte von Marlies Gentner bekommen  konnte, und zum anderen die »Tischsitzer und -steher«, die ihre Clubtische und Verkaufsstände betreuen müssen. An dieser Stelle gleich eine Entschuldigung für lange Wartezeiten beim Tisch des Wiener PR-Stammtisches, da alle Anwesenden viel zu sehr Fan waren, als dass sie das übrige Con-Geschehen einfach an sich vorüberziehen ließen. Nichtsdestotrotz gab es rege Nachfrage der Besucher nach der neuen Rüsselmops-Marke und der Atlan-Marke. Auch das Karottenschnaps-Büchlein von Michael Marcus Thurner – ein echter Geheimtipp – verkaufte sich hervorragend.

Als nächstes ging es um die neue PR-Taschenbuchreihe bei Heyne namens ARA-TOXIN, die ab November 2007 erscheinen wird. Auf der Bühne saßen dazu Michael Marcus Thurner, Hubert Haensel, Uwe Anton und Leo Lukas, moderiert von Stefan Friedrich.

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Links die Probeseite von Swen Papenbrock, rechts das Cover von Dirk Schulz

Ein Pflichttermin für alle Comic-Fans war der folgende Programmpunkt – nach dem PERRY-Comic der Alligatorfarm sollen in Kürze noch zwei weitere Comic-Projekte realisiert werden. Zum einen wird es Comicalben von Dirk Schulz geben, der leider gesundheitlich verhindert war. Es wurden jedoch einige fertige und halbfertige Seiten des neuen Comics auf der großen Leinwand gezeigt. Der Stil der Zeichnungen ist etwas manga-lastig, erscheinen wird das ganze noch heuer und natürlich im Splitter-Verlag.
Zum anderen gibt es das Comic-Projekt von Swen Papenbrock, das offenbar eine kleine Neukonzeptionierung erfahren hat – als Ideenlieferanten sind Michael Marcus Thurner und Leo Lukas dazugestoßen, und Dirk Schulz wird die Alben im Splitter-Verlag verlegen. Im Gegensatz zum Schulz-Comic werden die Seiten von Swen sehr aufwändig handgezeichnet, die Hauptperson wird Gucky sein. Auch dazu gab es bereits erste Probeseiten auf der Leinwand zu sehen.
Moderiert wurde der Programmpunkt vom Comic-Experten Wolfgang Zenker, der auch Reinhard Habeck, der kurzfristig für Dirk Schulz eingesprungen war, zu seinen Arbeiten befragte. Die Hauptfigur des Künstlers namens »Rüsselmops« treibt schon seit 1978 ihr Unwesen und in den PR-Reports erschienen unzählige Comic-Strips. Seit heuer gibt es auch eine eigene Briefmarke des putzigen Weltraumhelden, die am Stand des Wiener PR-Stammtisches erworben werden konnte.

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Links das neue Spiel, rechts der »Silberband« Nummer 100

Bevor Klaus »Bolli« Bollhöfener den nächsten Programmpunkt »Morgens um halbzehn in Rastatt« startete, verlautbarte er noch eine Entgegnung: Es ist unwahr, dass er erst um halbzehn Uhr seinen Dienst antritt, vielmehr ist wahr, dass er bereits um halbneun im Büro sitzt! Danach wurden viele interessante neue Projekte vorgestellt. Der Tischkalender, ein Computerspiel und die Sonderausgabe des 100. Silberbandes waren den eingefleischten Fans bereits bekannt, neu war hingegen, dass es auch ein Spiel und Internet-Software geben wird.
Das Spiel heißt »Kosmische Hanse« und wird von der Firma KOSMOS als Gesellschaftsspiel für 2 Personen herausgegeben, Erscheinungstermin ist im Oktober zur Buchmesse. Die Software ist als Kommunikations-Tool für PC-Oberflächen gedacht – Avatare in Form von Perry, Atlan, Gucky und Mondra Diamond wurden animiert und sollen sich dann am Bildschirm tummeln, um diverse Aufgaben zu erledigen und auch Emotionen zu zeigen, die man zukaufen bzw. downloaden kann. So soll etwa Perry zum Thema »Liebe« einen roten Teppich ausrollen, auf dem dann kleine Roboter rote Herzen herumtragen – oder so ähnlich. Wer mit dieser Beschreibung jetzt nicht wirklich viel anfangen und sich darunter nichts vorstellen kann, dem lege ich die Seite www.combots.de ans Herz, dort wird dann einiges klarer.
Die Beantwortung von Fragen zum PR-Film wurde von Klaus verweigert. In Abwandlung einer Textpassage aus Leo Lukas Video-Clip »Sehr geehrter Islam« (dazu später mehr) passt diese Aussage wohl auch hier: »Wenn man dazu nichts sagen kann, dann sagt das schon viel.«

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Exklusiv: Combots-Entwürfe

Bei der »Rückkehr der Action« ging es um die neuen ATLAN-Taschenbücher bei FanPro, die als RUDYN-Trilogie veröffentlich werden. Michael M. Thurner hatte diesmal nur die Exposés erstellt und saß mit Sabine Kropp und den Schreibern der Bände auf der Bühne, moderiert wurde die Runde von Hermann Ritter. Eine Fortsetzung ist noch nicht fix eingeplant, aber sehr wahr-scheinlich. Neben einigen allgemeinen Anmerkungen der Autoren zur Schreiberei und zu ihrem Verhältnis zu ATLAN erfuhr man auch einiges aus ihrem Privatleben, wobei so illustre Berufe wie Urinalauskratzer, Schlafwagenschaffner oder Gefängniswärterin genannt wurden.

Von der Organisation her lief noch immer alles perfekt. Kurzfristige Ausfälle an Ehrengästen wurden nahtlos mit gleichwertigem Ersatz ausgeglichen, und der Zeitplan war trotz des dichtge-drängten Programms noch immer sehr gut im Rahmen. Und es gab so gut wie keine Pro-grammänderungen, nur am Sonntag wurden zwei Punkte getauscht, um den Vortragenden eine zeitgerechte Heimreise zu ermöglichen. An dieser Stelle deshalb gleich vorweg ein großes Lob an die Organisatoren, die diese Veranstaltung wirklich profimäßig über die Bühne gebracht haben.

Ein bisher noch nicht angesprochener Programmpunkt des Samstagnachmittags war die Preisverleihung für den Storywettbewerb zum Thema »Agenten«. Den ersten Platz belegte Thorsten Schweikhard und bekam dafür ein Jahresabo der PR-Erstauflage. Zweiter wurde Roman mit seiner Story »Wegwerfhelden« und konnte damit den Wiener PERRY RHODAN-Stammtisch besser repräsentieren als Michael Rossmann, der beim Sammelkartenturnier zwar ebenfalls Zweiter wurde, aber von hinten begonnen. Allerdings wird Roman bei solchen Schreibwett-bewerben nicht mehr allzu lange aktiv sein, da er in Kürze mit einem Beitrag zur SUNQUEST-Serie des Fabylon-Verlages seine erste profimäßige Arbeit vorlegen wird.

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Ernst Vlcek mit Gattin Regina

Bei der Abendpause gab es dann doch die erste kleine Zeitverschiebung nach hinten, was jedoch nicht störend war, sondern ganz im Gegenteil – man hatte mehr Zeit, in der lauen Abendluft vor dem Bürgerhaus zu sitzen und bei kühlen Getränken und typischen bayrischen Gerichten etwas zu entspannen und zu plaudern. Und einige taten das so lange, dass sie nicht am Ausflug in die Zukunft teilnehmen konnten, der mittlerweile im großen Veranstaltungssaal statt fand – Robert Vogel und Klaus Bollhöfener präsentierten Fanfilme aus dem SF-Bereich, die durchaus sehens-wert und im Falle von STAR WARS fast nicht von einer Profiverfilmung zu unterscheiden waren. Ebenso zu sehen gab es einen neuen Trailer des uralten ATLAN-Fanfilms, der von Kurt Neubauer mit digitalen Effekten aufgepeppt worden war und so vielleicht doch irgendwann zu einem Abschluss kommen soll.

Die Verleihung der ausgebrannten Zellaktivatoren ist jedes Mal ein Höhepunkt des Garching-Cons. Besonders verdiente Leute aus dem Perryversum erhalten eine blinkende Glaskugel mit technischen Innereien, und irgendwie erinnert diese Zeremonie fast an die Oscar-Vergabe. Allerdings waren die Preisträger bereits vorher bekannt, und wer das Con-Buch aus der prall gefüllten Con-Tasche schon durchgesehen hatte, wusste Bescheid, wer auf die Bühne kommen würde. Zuerst wurde Bonnie Bruck von Inge Voltz-Mahn geehrt, dann war Ernst Vlcek an der Reihe, der seinen Aktivator von Uschi Zietsch erhielt, und last but not least bekam Willi Diwo seine Glaskugel von Erich Herbst. Die Dankesworte waren – im Gegensatz zum Oscar – zum Glück kurz gehalten, dafür wurde der Freude über den Preis umso mehr Ausdruck verliehen.

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Die ZA-Geehrten: Willi Diwo, Bonnie Bruck, Ernst Vlcek

Nach der bereits eingangs erwähnten Versteigerung gab es  – im wahrsten Sinne des Wortes – die Latenight mit Hermann Ritter und Leo Lukas. Der eine mit Staniolpapierhut, der andere mit Federviehkappe, blödelten sich beide durch den Abend und unterhielten die zahlreich anwesenden Gäste. Zuerst gaben sich Hermann und Leo gegenseitig Saures, doch dann sangen und tanzten sie gemeinsam, als Welturaufführung, den Marsch für Siganesen »Siga sehen anders aus«. Zwischendurch wurde nochmals das Musikvideo aus Leo Lukas Kabarettprogramm mit dem Titel »Sehr geehrter Islam« gezeigt, das man auch auf Youtube abrufen kann.
Und für alle, die mit dem österreichischen Dialekt nicht allzu viel anfangen können, hier der Versuch einer »Übersetzung« des Textes ins Hochdeutsch:

In letzter Zeit, do mehr’n sich
Stimmen, die beschwer’n sich,
es verhöhne die Satire
die Religion, und zwar die ihre.
Der Aufschrei is enurm,
und da mich das ziemlich wurmt,
verfasse ich ein Briefelein,
in das schreib ich hinein:
Sehr geehrter Islam,
pardon, ich find das infam,
wie sie ständig sich echauffieren
und dabei söba recht resch auffihr’n.
San’s ma nicht bös,
oba mich mocht des porös!
D’rüber wollt’ ich sie informiern,
dass net haaßt, i tat mi ned rihrn.

Ich weiß, bei eich Muslime
gibt’s mehr Brave als wia Schlimme.
Net jeda mit an Leintuachhiatl
trogt um den Bauch an Sprengstoffgiartl.
Freilich, mauncha Mula
vazapft schoo an fest’n Hulla.
Weil ich davon betroffen bin
schreib ich ganz offen hin:
Sehr geehrter Islam,
hr foarts a strenges Programm.
Bei ollem Reschpekt vor eichrer Kultur
wüh i ned ins Mittloider retur.
Schwea am Soog geht
ma die Fundamendalidäd.
Des muas ma sogn derfn waun ma wüh
waun mas ned derf sogt a däs vüh.

Nur weil wo a Esl wihat,
mocht ma do ned glei an Dschihad,
und Buarschn, Fraun vahühn
kauns heitzutog anfoch nimma spühn.
Unter uns, hinta an Pascha

steckt meistns a oama Hascha,
der sich fürchtet vor der Weiblichkeit
und noch dem Übabapa schreit.
Drum: Sehr geehrter Islam,
na kumm, wo samma daham,
ihr hobts schließlich a aundre Werte
aussa bauchnobllaunge Bärte.
Gebt’s uns a Tschaans,
mit a Bissl a Toleranz,
rach ma zauma an siaßn Tschick
und moch ma schene Musik.

P.S. Sehr geehrter Herr Papst,
ned, dass du jetzt glaabst,
es wär mir eicher geriatrischer
Verein deswegn sümpatischa.
Danke, merci,
das gilt auch für die
restliche östliche oder westliche Patriarchenpartie.

In letzter Zeit gibt es immer mehr Stimmen,
die sich darüber beschweren,
dass die Satire
ihre Religion verhöhne.
Es wird viel Wirbel gemacht,
und da mich das sehr ärgert,
schreibe ich einen Brief
und in dem steht:
Sehr geehrter Islam,
Entschuldigung, ich finde das niederträchtig,
wie sie sich ständig aufregen,
aber selbst arge Sachen machen.
Bitte nicht böse sein,
aber mich nervt das.
Darüber wollte ich sie informieren,
damit dann keiner sagen kann, ich hätte mich nicht gemeldet.
Ich weiß, dass es bei euch Muslime
mehr anständige als böse gibt.
Nicht jeder mit einem Turban am Kopf
hat einen Sprengstoffgürtel um den Bauch.
Natürlich gibt es einige Mullahs,
die viel Unsinn reden.
Weil ich davon betroffen bin,
schreibe ich ganz offen:
Sehr geehrter Islam,
eure Vorschriften sind sehr streng.
Bei allem Respekt vor eurer Kultur,
will ich nicht zurück ins Mittelalter.
Mich regt diese
Fundamentalität sehr auf.
Das muss man sagen dürfen, wann man will,
weil wenn man das nicht darf, sagt das sehr viel

Nur, weil irgendwo ein Esel schreit,
beginnt man nicht gleich einen Heiligen Krieg.
Und liebe Leute, Frauen zu verhüllen
kann heutzutage einfach nicht mehr sein.
Unter uns gesagt – hinter einem herrschsüchtigen Mann
steckt meistens ein besonders hilfloser Mensch,
der sich vor den Frauen fürchtet und einen Herrscher herbeisehnt.
Darum: Sehr geehrter Islam,
was ist los mit dir?
Ihr habt doch auch andere Werte
außer Bärte, die bis zum Nabel gehen.
Gebt uns eine Chance,
mit etwas Toleranz
rauchen wir zusammen eine Wasserpfeife
und musizieren gemeinsam.

P.S.: Sehr geehrter Papst,
nicht dass du jetzt glaubst,
dass mir eure überalterte Religionsgemeinschaft deswegen sympathischer wäre.
Nein, danke,
und das gilt auch für die anderen von Männern dominierten Gemeinschaften im Osten und im Westen.

Leo ließ natürlich den Kabarettprofi raushängen und schob eine »Wuchtel« nach der anderen, aber Hermann konnte recht gut mithalten. Zuletzt gab es sogar noch eine Zugabe, bevor die Gäste in die schwüle Garchinger Lokal-Nacht entlassen wurden. In der »Bürgerstuben« und den Gaststätten rundherum feierte man noch lange weiter, und für einige hieß dann dieser letzte Programmpunkt des Tages »Morgens um halbfünf in Garching«.

Rhodan GArching 2007
Hermann Urbanek beim Fabylon-Stand

Der Sonntag begann wieder heiß und schwül, jedoch hatte es in der Nacht etwas mehr abgekühlt, so dass man nicht ganz so gerädert zum Frühstück wankte, außer natürlich, man hatte die Nacht durchgemacht. Die üblichen Verdächtigen trudelten dann auch erst im Laufe des Vormittags oder gar erst mittags im Con-Gebäude ein. Für die Ausgeschlafenen war bereits um 8:45 Uhr Einlass, und das nutzten doch einige, um noch Einkäufe zu erledigen oder nur im Club- und Händlerbereich herumzuflanieren und mit Leuten zu plaudern. Auf dieser »Fan-Meile« wurden stets angeregte Gespräche gehalten, Päckchen und Mitbringsel ausgetauscht, Autogramme gesammelt und man konnte Leute kennenlernen, die man bisher noch nie persönlich gesehen hatte. Auf den ersten Blick fast nicht zu erkennen, aber altbekannt natürlich Andy Schmid, der momentan das meistgefragteste Model für »Vorher-Nachher«- Werbekampagnen von Schlankheitsmittelfirmen sein dürfte.
Die Wiener Fans hatten noch ein Geschenk für das 10-jährige Jubiläum des Münchner Stamm-tischs dabei, doch alle Leute für die Übergabe und ein Foto auf einem Fleck zusammenzubringen, war fast ein Ding der Unmöglichkeit. Irgendwann kurz vor Ende des Cons hatte es aber dann doch noch geklappt.
Am Stand von Andreas Adamus gab es nicht nur einige seiner Bilder zu bewundern, sondern man konnte auch einiges über das Projekt »VALONGATU« erfahren, auch zu finden auf der Homepage von Andreas.

Rhodan GArching 2007Rhodan GArching 2007
Uschi Zietsch, Gerald Jambor, Michael M. Thurner, Jana Paradigi und Stefanie Rafflenbeul

Zum ersten Programmpunkt des Tages waren trotz der frühen Stunde überraschend viele Gäste im Saal, aber schließlich ging es um ein ganz neues Buchprojekt aus Uschi Zietschs Fabylon-Verlag, bei dem auch etliche PR-Autoren mitschreiben: SUNQUEST! Schade, dass die rasenden Con-Reporter an dieser Stelle eine große Lücke in der Live-Berichterstattung haben, aber hier hatte wohl die vorhergehende Nacht ihre Opfer gefordert.
Die Bühne war übervoll, aber kein Wunder, schließlich besteht SUNQUEST aus sechs Bänden, und an fast jedem Band schreiben zwei Autoren. Dazu kommen dann noch Zeichner und Illustratoren und natürlich Uschi Zietsch und der Erfinder der Storyline Gerald Jambor. Trotzdem war nur ein Teil des Teams anwesend, das insgesamt aus rund 20 (!) Autoren und Künstlern besteht. Gleich zu Beginn des Vortrages wurde ein Trailer mit den wunderschönen Titelbildern von Swen Papenbrock gezeigt, die allgemein sehr guten Anklang fanden. Dass eine der Figuren Uschi verdammt ähnlich sieht soll aber nur Zufall sein. Neben den altbekannten Schreibern Michael Marcus Thurner, Uwe Anton und Ernst Vlcek saßen auf der Bühne auch Ehrengäste, von denen man im Fankreis der »Normalverbraucher« noch nichts gehört oder gesehen hatte, wie etwa Jana Paradigi oder Stefanie Rafflenbeul. Auffallend ist jedenfalls das bunte Gemisch aus versierten Altautoren und Jungautoren, die – wie etwa Roman Schleifer – ihre ersten Schritte im Profibereich machen. Interessanterweise kennt keiner der Autoren das Ende der Story – Uschi Zietsch ließ ihre Mitstreiter absichtlich im Unklaren, um dadurch die laufende Geschichte nicht zu beeinflussen. Für weitere Infos gibt es eine sehr unfangreiche SUNQUEST-Homepage.

Rhodan GArching 2007

Über »Neues aus der PERRY RHODAN-Redaktion« hatte man im Laufe der Veranstaltung schon einiges gehört und gesehen, so dass das meiste davon nicht mehr wirklich neu war: das Hörbuchprogramm wird ausgebaut, es wird wieder ein PR-Extra geben, PR 2400 wird ganz besonders gestaltet, das Computerspiel soll erst 2008 fertig werden, es wird neue amerikanische PR-Ausgaben geben und einiges mehr. Einiges tun wird sich auch bei der Homepage, und schließlich wurde noch abgeklärt, wo und warum es Lieferschwierigkeiten bei den PR-Romanen gibt.

Nach der anschließenden Diaschau der TERRANOVA-Titelbilder wurde die »Stunde des Jägers« ausgerufen. Mittlerweile hatten es die meisten Ehrengäste geschafft, am »Autogrammfließband« Platz zu nehmen und die Signierwünsche der Leser zu erfüllen. Frank Borsch hatte seinen Sohnemann zur Unterstützung dabei, und es wurden – wenn man sie schon einmal alle an einem Platz hat – eifrig Fotos von den aufgereihten Autoren und Zeichnern geschossen.

Nach der Mittagspause wurde der Programmpunkt über die schleichende Verösterreicherung des Perryversums vorgezogen. Der Hinweis von Stefan Friedrich, der beim Moderieren von Roman Schleifer unterstützt wurde, diese Diskussion durchaus ernst zu nehmen, war jedoch nicht ganz so ernst zu nehmen, und so blödelten sich die Teilnehmer der Runde durch die nächste halbe Stunde. Es ging um Aufnahmerituale in die »Sentenza Austriaca«, die »sehr geheime Geheimgesellschaft zur schleichenden Verösterreicherung des Perryversums«, um österreichi-sche Wortkreationen, die in Rastatt erbarmungslos aus den Romanen gestrichen werden und um das Thema Fußball, das auch ein weites Feld für Späße am laufenden Band bot.

Rhodan GArching 2007

Langsam aber sicher begannen die ersten Clubs, ihre Stände abzubauen, da man teilweise doch noch eine sehr lange Heimfahrt vor sich hatte. Was allerdings für viele noch ein letzter Fixpunkt im Saal war, war Hubert Haensels sehr interessanter Beitrag über die Silberbände im Allgemeinen und den Band 100 in Besonderen. Der Autor erzählte über seine Arbeitsweise, über die Schwierig-keiten beim Zusammenstellen der Bücher und die unterschiedlichen Präferenzen der Leser, die einerseits die Romane so originalgetreu wie möglich wiederfinden wollen und andererseits Wert auf eine flüssige und rasch voranschreitende Handlung legen. Hier gilt es, es beiden Lesergruppen recht zu machen. Auf die Frage, wie er es denn bei seinen eigenen Romanen einmal handhaben werde, tat sich Hubert leicht – bis die an die Reihe kommen würden, sei er schon längst in Pension. Zuletzt gab Hubert zum Gaudium des Publikums noch einige Stilblüten aus den Heften zum Besten.

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Sabine Kropp und Michael M. Thurner

Während die beiden letzten Programmpunkte über das Schreiben eines PR-Romans mit Uwe Anton und Christian Montillon und ein Beitrag über STARGATE mit Robert Vogel über die Bühne gingen, stieg langsam die Aufbruchsstimmung und die Zelte wurden abgebrochen. Hier gibt es aber zumindest vom Vortrag über das Romanschreiben einen ausführlichen Beitrag in der Live-Berichterstattung, den alle, die gerade mit Kistenschleppen beschäftigt waren, daheim in Ruhe nachlesen können.

Wie immer traten wir mit etwas Wehmut die Heimreise an. Vorher noch einige Hände schütteln, ein letzter Blick in den Saal, ein letzter Rundgang durch den mittlerweile halbleeren Händler- und Clubbereich, ein letzter Blick auf den Notizzettel, ob man nichts vergessen hat, und dann ab ins Auto oder in den Zug Richtung Heimat. Der graue Alltag wird einem nach diesem Wochenende noch grauer vorkommen, aber kaum einer, der nicht einen oder mehrere Säcke mit Romanen, Fanmaterial, Bildern und mehr mitgenommen hat, von dem er noch eine Weile zehren kann. Zwar nicht zwei Jahre lang bis zum nächsten Garching Con, aber irgendwie werden wir schon über die Runden kommen!

Rhodan GArching 2007

[Fotos von Erich und Martin]


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