Der Erbe des Universums
 

60 JAHRE
ERNST VLCEK
DIE FEIER

Ernst Vlcek

"Das ist ja wie auf einem Con hier", meinte einer der Gäste im Laufe des Abends. Und diese Aussage war gar nicht so weit hergeholt, denn mit fast hundert Gästen, darunter mehrere Autoren, Zeichner und sonstige Promis aus der PERRY RHODAN und SF-Szene war die Veranstaltung sicher einer der fannischen Höhepunkte dieses Jahres. Vor allem war es ein würdiger Rahmen, um den Geburtstag von Österreichs meistpubliziertem und beliebtestem SF-Autor zu feiern - Ernst Vlcek.

Es wurde keine große Werbung gemacht, da es nur eine gemütliche Feier mit Familie, Freunden, Kollegen und Fans von Ernst werden sollte - nicht mehr und nicht weniger. Wir hatten auch gar nicht gerechnet, daß so viele Gratulanten kommen würden, vor allem, weil sogar einige wegen der beginnenden Semesterferien oder des justament an diesem Tag hereingebrochenen Schneechaos verhindert waren, aber offenbar wollte es sich keiner nehmen lassen, bei diesem Ereignis dabei zu sein. Großes Pech hatten die Salzburger SF-Fans um Franz Miklis, die allesamt mit Grippe ans Bett gefesselt waren.

Die Vorbereitungsarbeiten hatten schon am Nachmittag begonnen. Da wurden fleißig Tische und Sessel zurechtgerückt, Soundchecks gemacht, Brötchen gestrichen und Getränke eingekühlt. Bei letzteren Tätigkeiten wurde vor allem viel Lebensmittelfarbe verwendet, um ein "galaktisches Buffet" bereitzustellen, wie etwa blau eingefärbte Shrimps auf rotem Eieraufstrich oder grünen Orangensaft. Hier ein kleiner Auszug aus dem Angebot:

- Marsianischer Grüneiaufstrich mit jungem Muuhrtwurm von Gatas
- Swoon-Haschee mit rumalischem Schleimfisch
- Venusianische Rotalgen (gequollen) mit frischgeschlüpften Nakken
- Original terranisches Verhackertes (von garantiert hormongemästeten Schweinen)
- Ragout von ertrusischen Rindervierteln (1x erbrochen!)
- Würstl aus Fr'ank'nfrt

Schaut giftig aus!

Während in der Küche noch fleißig gearbeitet wurde, trafen nach und nach die Gäste ein, und das Kellerlokal begann sich langsam, aber sicher zu füllen. Wir hatten mit etwa fünfzig Besuchern gerechnet, tatsächlich waren es dann weit mehr.

"Achtung, Ernst kommt!" (Ein unbekannt gebliebener Spaßvogel, eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung beim Brötchenschmieren)

Susan Schwartz alias Uschi Zietsch schaffte es gerade noch rechtzeitig vor dem offiziellen Beginn. Sie war mit Ehemann Gerald Jambor und den beiden Hunden Schnurzel und Bärli aus Deutschland angereist und war auf der Autobahn im Schnee und einigen Staus hängengeblieben. Weniger Glück hatte das deutsche Filmteam Gaby und Ady, denn die beiden kamen erst, als das meiste schon vorbei war. Sie blieben dann zwar zum Ausgleich bis zum Ende der Veranstaltung um vier Uhr morgens, aber das ist eine andere Geschichte.

Ernst und Regina verspäteten sich ebenfalls, da sie von Brunn am Gebirge nach Wien mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, die bei dem herrschenden Schneechaos natürlich ihre Probleme hatten. Um die Wartezeit zu überbrücken, wurde für die anwesenden Gäste inzwischen das warme Buffet eröffnet, während sich die Veranstalter in ein Nebenzimmer des Lokales zurückzogen. Hinter verschlossener Türe wurde die Spezialedition der Festschrift bestaunt und verteilt, und das Redaktionsteam posierte mit seinem Werk für Fotos. "Autor, Mensch, Terraner - 60 Jahre Ernst Vlcek" hieß der 320 Seiten starke Band über Leben und Arbeit des Autors. Wie ein Schatz wurde auch noch der Karton aus Deutschland gehütet, der eine größere Anzahl des Buches enthielt, das nach der offiziellen Übergabe endlich unter die Leute gebracht werden konnte. Immerhin hatten wir dieses Geheimnis fast ein Jahr lang gehütet, und das sollte nicht im letzten Moment vereitelt werden.

Susan Schwartz

Und dann war es soweit. Ernst kam! Am Eingang wirkte er noch etwas erstaunt, daß er gleich von mehreren Fotografen belagert wurde, hatten wir ihm doch damals gesagt, wir würden eine kleine Party im Stammtischkreis feiern. Jetzt aber war nicht nur der PERRY RHODAN-Stammtisch Wien fast vollzählig vertreten (das sind zur Zeit etwa dreißig Leute), sondern es waren auch Stammtisch-Kollegen aus Graz angereist und die Science Fiction Gruppe Wien war mit vielen bekannten Gesichtern vertreten. H. W. Mommers, einer der heutigen Ehrengäste, war mit Gemahlin aus der Schweiz gekommen, um seinem alten Schriftstellerfreund, den er seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatte, zu gratulieren. Neben Susan Schwartz war noch ein weiterer Autorenkollege anwesend, nämlich Andreas Findig, der uns auf die Idee gebracht - um nicht zu sagen, angestiftet - hatte, die Festschrift zu machen. Weitere bekannte Gäste waren etwa die beiden Zeichner Reinhard Habeck und Michael Wittmann, Axel Melhardt (Jazzland), Gerhard Richter (Worried Men Skiffle Group), Gerhard Förster (Comiczeichner), Harald Havas (Journalist und Veranstalter der "Wickie, Slime & Paiper" Veranstaltungen) und viele mehr, die hier nicht alle namentlich genannt werden können. Besonders gefreut hat es uns, daß auch die beiden Söhne von Ernst samt Familie gekommen waren, um diesen Geburtstag zu feiern.

Ernst kommt!

"Geile Party für einen geilen Typen!" (Eintrag im Gästebuch)

Hatte Ernst im Vorraum noch einige Hände geschüttelt und jeden persönlich begrüßt, so mußte er jetzt kapitulieren, als er etwas fassungslos den großen Saal betrat und mit lautem Geklatsche begrüßt wurde. "Ihr werdet's entschuldigen, aber ich will nicht wieder einen Tennisarm bekommen ..." Vielleicht hatte er aber auch geahnt, daß er später seine Kräfte noch für das Signieren von unzähligen Büchern und Romanen brauchen würde, aber zunächst gab es trotzdem sehr viele herzliche Begrüßungen von alten Freunden.

Helmuth Mommers war zuvor hinter der Bar "versteckt" worden, da er erst nach der Buchpräsentation als weitere Überraschung für Ernst erscheinen sollte. Das Geburtstagskind wurde von seiner Frau, die uns bei allen Vorbereitungen ein herrlicher Verbündeter war, so am Tisch plaziert, daß es nach vorne zur Bühne sah, so daß Helmuth Mommers hinten im Raum wieder unbemerkt seinen Platz einnehmen konnte.

Wolfgang hatte eine kleine Rede vorbereitet, in der er auf den Menschen und den Autor Ernst Vlcek einging und seine Arbeit würdigte. Unter anderem erzählte er zum Gaudium des Publikums auch ein kleines Bonmot, zu dem Klaus Bollhöfener gemeint hatte: "Ernst darf es nie erfahren", doch Wolfgang ließ es trotzdem vom Stapel: Das Projekt, ein Buch zum 60. Geburtstag von Ernst Vlcek zu machen, war bei uns unter der Bezeichnung "Unternehmen Tattergreis" gelaufen, aber selbst Ernst konnte darüber herzlich lachen - er wußte, wie es gemeint war. (Zur Laudatio)

ERnst auf der Bühne

Gleich im Anschluß erfolgte die Präsentation des Buches. Michael Marcus hatte die ehrenvolle Aufgabe, es zu enthüllen und Ernst zu überreichen. Und während dieser noch bemüht war, seine Fassung wiederzugewinnen, folgte bereits der nächste Streich. Helmut Mommers wurde als Überraschungsgast aus alten Zeiten angekündigt, und erst bei der Umarmung erkannte Ernst, daß er seinen Jugendfreund und -kollegen vor sich hatte. Michael Marcus verlas noch ein Fax, das von Clark Darlton alias Walter Ernsting gekommen war und sehr persönliche Glückwünsche übermittelte. Als Ernst dann völlig erschlagen von all den Überraschungen auf die Bühne ging, war er sichtlich sprachlos: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Wißt's was, ich schreibe euch etwas!"

"Das kann man wirklich essen?" (Ein Gast am Buffet)

Endlich kehrte wieder ein bißchen Ruhe ein. Während Ernst seine Geschenke begutachtete und ein bißchen zum Plaudern kam, wurde auch das kalte Buffet eröffnet. Erst, als Harald Havas mit einem vollbeladenen Teller grellbunter Brötchen den Anfang machte, trauten sich auch andere Gäste darüber, und binnen kurzer Zeit war alles aufgegessen. Die meisten Gäste stellten sich aber zunächst bei der "Buchausgabe" an - der Verlag hatte einen großen Karton mit Beleg- und Kaufexemplaren geschickt, die ebenfalls weggingen wie die bunten (warmen) Brötchen.

Es wurde verdächtig ruhig im Saal. Die meisten aßen, lasen und tranken blaues romulanisches Ale dazu. Nur Ernst Vlcek war wieder gefordert, weil jetzt der Reihe nach die Fans kamen, um sich ihr Buchexemplar signieren zu lassen und Fotos zu machen, aber der Autor ließ es geduldig über sich ergehen und nutzte gleich die Gelegenheit, sich mit allen ein bißchen zu unterhalten. Dazwischen gab es immer wieder kleinere Blitzlichtgewitter, die sich aber im Laufe des Abends immer mehr verzogen.
Vor Ernst Vlcek hatte sich mittlerweile ein großer Stapel von Geschenken aufgetürmt, darunter auch ein Bild von Reinhard Habeck, das dieser für die Festschrift gezeichnet hatte. Nach dem Auspacken war auch endlich etwas Zeit für ein Pläuschchen mit H. W. Mommers, schließlich galt es ja, ein halbes Leben Revue passieren zu lassen.

H. W. Mommers

Ady und Gaby, das deutsche Haus- und Hof-Filmteam in Sachen Ernst Vlcek, wechselten sich gegenseitig beim Filmen und Feiern ab und hielten den ganzen Abend - zumindest so lange sie die Kamera noch ruhig halten konnten - auf Zelluloid fest. Ady hatte ein ausgewaschenes, aber noch gut erkennbares T-Shirt vom AUSTRIA Con II an das wir ihm damals geschenkt hatten.

"Der fahrt rein!" (Der Gast Ady X. beim zweiten Becher Vurguzz - das Gebräu wurde versehentlich in Bechern statt in Stamperln ausgeschenkt)

Großen Andrang gab es dann wieder bei der Vurguzz-Ausschank - jeder wollte das klassische P.R.-Gebräu probieren, das Wolfgang aus grünen und alkoholischen Bestandteilen zusammengemixt hatte, und so hieß es bald: Gut, aber aus! Bei der Torte war natürlich schon vorher klar, daß sie nicht für alle reichen würde, denn sonst hätte sie Ernst in ein Zentimeter breite Stücke zerteilen müssen, und das konnte man zu fortgeschrittener Stunde nicht mehr verlangen. Es gab aber am Buffet in ausreichender Zahl andere Kuchen und Mehlspeisen, an denen sich die Gäste delektieren konnten. Der Stammtisch hatte keine Kosten und Mühen gescheut, die Gäste zufriedenzustellen, aber dankenswerter Weise wurde durch großzügige Spenden die geplünderte Clubkassa wieder halbwegs aufgefüllt.

"Komm, laß dich knutschen" - "Ich bitte darum!" (Uschi Z. und Hermann U. bei der Verabschiedung)

Gegen Mitternacht begannen die ersten Besucher aufzubrechen, die anderen hatten sich zu mehreren kleinen Small-Talk-Runden zusammengefunden und blieben lieber noch in den gemütlichen Kellerräumlichkeiten sitzen, anstatt sich hinaus in Kälte und Schnee zu begeben. Über die Zeit bis vier Uhr früh soll an dieser Stelle nicht allzuviel berichtet werden, um Gerüchten vorzubeugen und keinen der übriggebliebenen Gäste zu kompromittieren, vor allem deshalb, weil noch das Geburtstagskind und zwei Autoren anwesend waren. Daß man vor dem Gehen in Ermangelung von Kaffee ersatzhalber eine Flasche Grappa geleert hatte, dürfte jedoch der Wahrheit entsprechen, vor allem wenn man berücksichtigt, daß von den zahlreichen Fotos der Schlußrunde nur eines ("From dusk till dawn") freigegeben wurde, und das von einigen nur sehr widerwillig.

From dusk till dawn

Obwohl es ein wirklich toller Abend war, darf trotzdem ein großer "fauxpas" nicht verschwiegen werden: Die Veranstalter haben es verabsäumt, für das Geburtstagskind ein "Happy Birthday" anzustimmen! Ernst ist dadurch zwar einiges erspart geblieben, aber hier und jetzt wird dieses Ständchen nachgeholt. Ich bitte den Chor, Aufstellung zu nehmen:

Regina Vlcek, Michael Vlcek mit Frau und zwei Kindern, Alexander Vlcek mit Frau, Uschi Zietsch und Gerald Jambor mit Schnurzel und Bärli, H. W. Mommers mit Frau, Iris und Andreas Findig, Yannick und Reinhard Habeck, Michael Wittmann, Roman, Wolfgang Zenker, Michael Marcus und Hakikat Thurner, Hermann und Janne Urbanek, Erich und Claudia und Nicole Loydl, Michael Rossmann, Reinhart Patak, Hans Zebinger, Andreas Leder, Roswitha Radinger, Martin Steiner, Beatrix und Günther Wolf, Emanuel Snajdr, Max Ganaus, Franz Hasenberger, Heimo Fink, Kurt und Christine Windisch, Karl Heinz Santruschitz, Bernd Hubich, Gerold Haynaly mit Frau, Harald Havas, Gerhard Richter, Gerhard Förster, Walter und Friederike Kraus, Axel Melhardt, Alfred Vejchar, Robert Christ, Arnulf D. Kraus, Helmut und Eva Magnana, Franz Rottensteiner, Pony, Gaby und Ady, Hr. Karobater und mehrere andere, die ich jetzt vergessen habe und die mir das hoffentlich verzeihen werden:

Happy birthday to you, happy birthday to you. Happy Birthday, lieber Ernst, happy birthday to you!

 

[Viele weitere Fotos von der Veranstaltung finden sich im Fotoalbum!]

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