FRANKEN CON
2004

 

Fährt man rückwärts an den Baum, verkleinert sich der Kofferraum...

... aber es gibt auch Autos, bei denen der Kofferraum vorher schon zu klein ist. Manfred, der Fahrer, würde jetzt zwar an dieser Stelle einwerfen, daß ganz einfach das mitgenommene Gepäck zu viel war, aber wenn man den Wiener P.R.-Stammtisch an einem Tisch präsentieren will, einige Stapel Fanzines verkaufen möchte, außerdem einige Pakete Hefte und Bücher zum Signieren dabei hat sowie ein A0-Plakat in einer eigenen Rolle und einen übergroßen Pappaufsteller, mehrere Aufbewahrungsboxen für die großen Rißzeichnungsbände und drei komplette Fotoausrüstungen, dann gibt es natürlich das eine oder das andere Gepäckstück, das zu verstauen ist. Und dabei war zu beachten, daß auch die Mitfahrer Bettina, Martin und Erich noch irgendwo eine Sitzgelegenheit im Inneren des Gefährts finden.

Um elf Uhr ging es dann los, und 500 Kilometer und sechs Stunden später waren wir da. www.map24.de hatte uns ziemlich geradlinig nach Schwanstetten gebracht, wo wir zuerst in einem alten Fachwerkbau namens „Zum Schwan“ unsere Zimmer bezogen und dann gleich zum Con-Gebäude weiterfuhren.

Stell dir vor, es ist Con, und keiner ist da

Beim Con-Gebäude handelte es sich um eine recht idyllische Anlage inmitten von Wälder, Wiesen und kleinen Teichen und erinnerte entfernt an das Garchinger Bürgerhaus. Blaue PERRY RHODAN-Pfeile wiesen uns den Weg von der Straßenabzweigung bis hinein in das Gebäude, aber dann verlor sich die Spur. Es machte sich eine gewisse Unsicherheit breit, als wir hinter der ersten Saaltüre, die wir öffneten, nur ein paar Kinder beim Fußballspielen sahen. Auch hinter der nächsten Türe wurde Fußball gespielt (na ja, kein Wunder, es war der zweite Eingang in den gleichen Saal) und dahinter gab es einen Saal mit Tischtennisspielern. Wo waren die Con-Säle? Als wir gerade die Zeit- und Ortsangaben der Veranstaltung überprüften und einen Lageplan der Anlage studierten, kamen die ersten Organisatoren.

Das Rätsel war dann schnell gelöst – der Aufbau konnte erst am Abend beginnen, und der große Saal würde noch durch eine Trennwand in einen Vortrags- und einen Händlerbereich geteilt werden.

Mitten drin

Nach und nach trudelten alle Veranstalter ein. Die Wirtsstube des angrenzenden Lokals entwickelte sich bald zur Con-Kommandozentrale und Schalt- und Versorgungsstelle der FESTAK-Leute – da gab es Bühnenarbeiter, Tontechniker, Sesselschlepper, Biertrinker, eine Ehrengästebetreuerin und einige andere, die wie in einem Bienenschwarm aus- und einflogen. Wir, die Besucher, hatten es uns mittendrinnen gemütlich gemacht, so wie einige andere Gäste, die bereits am Freitag angereist waren, wie etwa Helmut Freisinger. An dieser Stelle möchte ich mich gleich für ein altes Problem von mir entschuldigen – ich kann mir schlecht Gesichter merken und noch schlechter Namen, das heißt, es darf keiner beleidigt sein oder glauben, er ist weniger bekannt, wenn er in diesem Bericht nicht namentlich erwähnt wird. Keine Probleme gibt es natürlich bei den guten alten Bekannten, wie etwa beim Lokalmatador Andy Schmid, der ebenfalls seine Aufwartung machte. Und auch die meisten Ehrengäste konnte ich identifizieren, die im Laufe des Abends eintrafen, wie etwa ... na ja, die Ehrengäste halt.

Während die Vorbereitungsarbeiten voranschritten, plagten wir uns beim Essen und kamen beim Einschneiden von Schweinsbraten und Knödel ganz schön ins Schwitzen.

Tischlein deck dich

Auch im Saal mit den Händler- und Clubtischen hatten die Aufbauarbeiten bereits begonnen. Hans-Jürgen Lachner kämpfte mit seinen Holzaufstellern, in der gegenüberliegenden Ecke begann das große Bananenkartonschlichten bei Wolfgang Kratz. Reinhard Rauscher war wie üblich etwas später dran, aber bei seiner Routine konnte eigentlich nichts schief gehen.

Ganz wie gewünscht, bekam der PERRY RHODAN-Stammtisch Wien einen Tisch an der Wand zugewiesen, wo wir gleich als erstes unser riesiges ZIELSTERN-CON Plakat aufhängten, das in Folge mehr Interesse verursachte als uns eigentlich lieb war. Der Jännertermin war offenbar für viele Fans recht günstig, und auch die Gelegenheit, die österreichischen Promis und Wien kennenzulernen, hatten mehrere vor am Schopf zu packen. „Was haben wir da nur angerichtet“, fragten wir uns, denn eigentlich war diese Veranstaltung nur so als kleines, harmloses Treffen zum hundersten Stammtisch geplant gewesen, und nun galt es wohl, eine größere Veranstaltung auszurichten. Aber keine Angst, liebe deutsche P.R.-Freunde, euer Besuch wird sich sicher lohnen!

Nach und nach nahm unser Club-Tisch Formen an bzw. die Gestaltung dessen, was sich darauf befand – ein großer Pappaufsteller mit Infomaterial, die Fanzines „NOW!“ und „Future Magic“, Collagen mit P.R.-Motiven, Comic-Postkarten, die Sonderausgabe des Austria Con IV Buches in silbernem Hardcover und Kartonbehälter zum Aufbewahren der P.R.-Rißzeichnungsbände.

Zunächst gaben wir jedoch alle einmal mehr aus, als wir überhaupt die Chance hatten, an unserem Tisch einzunehmen. Bei unserem ersten Einkaufsrundgang sackten wir bereits mehr ein, als uns lieb war, und insbesondere Bettina plünderte den Stand von Robert Vogel, der seltene Star Trek und Harry Potter Aufnäher und sonstige Utensilien feilbot. Ich erstand P.R.-Hörspiele, aber die Metallboxen hatte leider niemand dabei.

Der Tag neigte sich allmählich seinem Ende zu, und der Veranstaltungssaal war bereits gesperrt worden, damit die neugierigen Besucher nicht überall ihre Nase reinstecken. Auch im Händler- und Club-Bereich gingen die Arbeiten dem Ende zu. Links neben uns hatte die ARGE FESTAK mit Dieter Reich ihren Stand bezogen, der Tisch rechts neben uns war noch verwaist und würde morgen dem ACD mit Norbert „Nobby“ Reichinger und Ernestine Gohr als Niederlassung dienen – das Kompliment der „äußerst angenehmen Nachbarn“ kann ich übrigens zurückgeben ^^

Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung

Als ich am nächsten Tag richtig munter wurde, saß ich bereits beim Frühstück, schmierte eine Wurstsemmel mit Marmelade und trank Kaffee mit Orangenjuice drinnen. Frühaufsteher sind da schon beneidenswerte Menschen, die wissen zu früher Stunde immer, was sie gerade so machen. Tagwache um halbacht Uhr war schon etwas unchristlich für einen Tag, an dem man nicht ins Büro mußte, aber wir wollten rechtzeitig ins Congebäude kommen, um in Ruhe einchecken zu können und den Clubstand noch fertig herzurichten.

Mittlerweile hatten sich auch die anderen Tische gefüllt, und sei es nur mit Kartons, die noch auszuräumen waren. Der Münchener PERRY RHODAN-Stammtisch war sogar mit einem Fernseher aufgefahren, in dem die angebotenen Videos vom letztjährigen Garching-Con gezeigt wurden, und Erich Herbst drückte mir gleich die bestellten DVDs in die Hand.

Eric Schreiber vertrat die Fanzentrale und dekorierte einen Tisch mit den obligatorischen PRFZ-Artikeln. In der Mitte des Saales präsentierte sich Hartmut Großer mit computergenerierten PERRY RHODAN-Comics, die bei den Besuchern einiges Aufsehen erregten. Zumindest mir war dieses Fanprodukt, das übrigens auch den Segen des Verlages bekommen hatte, bisher völlig unbekannt gewesen – zur Zeit gibt es zwei Hardcoverbände, die die P.R.-Story von Beginn an nacherzählen, und bereits am ersten Tag war Band 1 restlos ausverkauft.

Ihren Ausweis, bitte

Vor dem Eingang zum Veranstaltungssaal war der Checkpoint aufgebaut. Die Besucher wurden von USO-Spezialisten empfangen, die zuerst einen Handflächenscan abnahmen und dann die codierten Besucherausweise ausfolgten. Weiters erhielt man noch ein Säckchen mit Marschverpflegung, die aus aus allerhand Werbematerial, einem P.R.-Taschenbuch, Postkarten und dem Screen Entertainment Pack bestand. Das schön aufgemachte Conbuch konnte man um 9 Euro erstehen, wer jedoch fleißig gewesen war und einen Beitrag beigesteuert hatte, bekam ein kostenloses Belegexemplar.

Ein weiterer Rundgang durch den Händler- und Clubbereich brachte weitere Ausgaben, bevor der Con überhaupt noch richtig begonnen hatte. Aber fünf schöne Graphikblätter von Robert Straumann in limitierter Auflage um 6 Euro kann man eben nicht links bzw. beim FESTAK-Stand liegen lassen.

Nur zum Durchblättern war das Ansichtsexemplar des Peter Terrid Gedenkbandes „Mittendrin statt nur dabei“, das beim Terranischen Club Eden auslag und von Erich Wallner angepriesen wurde. Nachdem man grünes Licht dafür bekommen hatte, wird dieses Buch samt ergänzender CD-ROMs wohl bald erhältlich sein, für die Sonderedition mit beigelegter Swen Papenbrock Postkarte gab es eine Vorbestellerliste.

Mit halbstündiger Verspätung wurde der Con offiziell eröffnet. Rita Grünbein gab den USO-Kommandanten, der die versammelten Gäste begrüßte und sie im Stützpunkt willkommen hieß.

Walter Schuster aka Lt. Thaddäus Softegg machte seinem Namen alle Ehre und wurde im Laufe des Cons mehrmals degradiert und inhaftiert. Obwohl man wußte, daß diese kleinen Auflockerungs-Sketches zwischen den Programmpunkten nur eine gute schauspielerische Leistung waren, konnte einem der Kerl schon richtig leidtun.

USO, USO

Nach einer gut gemachten Multimedia-Show begannen die ersten Vorträge. Dieter Reich und Walter Sehrer von der FESTAK referierten zu Pro und Kontra USO, unterstützt von Bildmaterial, das auf die große Leinwand projiziert wurde.

Falls ich es bisher noch nicht erwähnt habe – bei diesem Con handelte es sich um einen sogenannten „Themen-Con“, der sich schwerpunktmäßig mit der USO, der „United Stars Organisation“, auseinandersetzte, und zwar sowohl mit der „alten“ USO als auch der „neuen“ USO. Dieser rote Faden zog sich durch die ganze Veranstaltung und war sicher eine gute und originelle Idee der Organisatoren.

Leider gab es auch zwei Absagen für diesen Con – Swen Papenbrock war leider verhindert, und H. G. Ewers hatte eine Operation hinter sich und war noch nicht fit genug für eine Teilnahme. Er hatte jedoch eine Grußbotschaft geschickt, die auf der Bühne verlesen wurde.

Überraschenderweise kam auch Uschi Zietsch alias Susan Schwartz auf einen Sprung vorbei, jedoch war der Besuch nur inoffizieller Natur.

Über das Vortragsprogramm des restlichen Vormittags kann ich an dieser Stelle leider nichts berichten. Das hat jetzt natürlich nichts damit zu tun, daß die Themen nicht interessant gewesen wären, aber man braucht einfach auch Zeit, um zu plaudern, einzukaufen und nebenbei auch den Club-Tisch zu betreuen, und so pickt man sich natürlich einige Vorträge heraus und schwänzt dafür die anderen. Aber solange sich jeder dabei amüsiert und der Saal nicht zu leer wird, funktioniert das bestens.

Im (Spiel- und Kauf-)Rausch der bunten Bilder

Ich nutzte diesen restlichen Vormittag, um den dritten Saal zu erforschen, der erst durch nachträglich angebrachte Hinweisschilder dem breiten Besucherkreis erschlossen wurde.

Im hinteren Teil des Saales saß eine Spezies von Menschen, die Michael Marcus Thurner einmal sehr treffend folgendermaßen charakterisiert hatte: "Der Sammelkartenspieler kommt als erster, geht als letzter, hat sein eigenes Zimmer für die Schlachten und ist demzufolge anwesend, aber nicht wirklich da." Das "Große Turnier zum PERRY RHODAN-Sammelkartenspiel" wurde von Between the Stars organisiert. Gespielt wurden die Phasen I – V, und jeder Turnierteilnehmer erhielt eine Promokarte und Weltranglistenpunkte, die aber aufgrund der geringen Anzahl an Teilnehmern nicht allzuhoch ausgefallen sein dürften. Auch ein altbekannter Sammlerkollege, mit dem ich vor längerer Zeit briefliche Tauschgeschäfte gemacht hatte, war anwesend, nämlich Kai Schmidt von Behren (diesen Namen merkt man sich einfach). Für die Teilnahme an den Einführungsrunden wurden ebenfalls Promokarten vergeben, und diese Gelegenheit wurde von vielen genutzt, um an die begehrten Karten zu kommen.

Im vorderen Teil des Saales war die Bildergalerie auf mehreren Stellwänden untergebracht. Besonders ins Auge stachen die großformatigen Bilder mit SF-Motiven von Andreas Adamus, der für die PERRY RHODAN-Serie bereits ein Mal ein Titelbild gemalt hatte und auch sonst schon Cover-Motive für die SOL, Phantastisch oder die Fan-Romane gestaltet hatte. Ein netter und sympathischer Kerl, der nicht nur seine Bilder verkaufte, sondern auch Aliens und Guckys in mitgebrachte Signierbücher zeichnete oder bankrotte Besucher zum nächsten Geldautomaten chauffierte. Seine Bilder gingen jedenfalls weg wie die warmen Semmeln, und ich könnte mir durchaus vorstellen, demnächst noch mehr von ihm in der P.R.-Serie zu sehen.

Was passiert mit Lebkuchenhäusern, wenn es regnet?

Beim Mittagessen mutierte ich wie viele andere Besucher zum Kannibalen und vergriff mich an den Woolver-Zwillingen mit Wellensalat. Zwar hätten mich die frittierten Mausbiberohren auch gereizt, aber als ich dann am Händlertisch daneben diesen herzigen Stoff-Gucky stehen sah, brachte ich das nicht übers Herz.

Nach dem Mittagessen war eine Märchenstunde angesagt. Leider hatte ich schon wieder ein oder zwei Programmpunkte davor verpaßt, aber Wilfried A. Hary mit seinem Vortrag über „Märchen auf höchstem Niveau - über das Wesen der SF“ wollte ich mir nicht entgehen lassen, insbesondere weil ich mich schon vorher beim Verzehr von Rakal und Tronar recht gut mit ihm unterhalten hatte. Hary hat einen eigenen Verlag und schreibt von Horror bis Liebe in jedem Genre, wobei er sich aber in der „Königsdisziplin“ Science Fiction am liebsten betätigt. Ein kurzer Ausflug ins PERRY RHODAN-Universum hatte den Fans den ATLAN Roman Band 515 beschert, den ZAMORRA-Lesern wurde er mit fünf Romanen in den 100er-Bänden bekannt. Es waren interessante Geschichten, die er am Podium und im Small Talk zum Besten gab, und er war auch den ganzen Con über immer bei Gesprächen mit Besuchern und anderen Autoren zu finden.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Der nächste Vortragende, den ich mir als Fixpunkt vorgemerkt hatte, war Leo Lukas. Der österreichische Autor war am Abend zuvor in Nürnberg mit seinem Kabarett aufgetreten und anschließend nach Schwanstetten weitergereist. Sein Thema war der Humor in der PERRY RHODAN-Serie, und dieses wurde durchaus von der sekundären Seite angegangen. Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des humoristischen Schreibens wurden auch konkrete Beispiele aufgegriffen. Insbesondere analysierte er seine Romane, die immer zwischen lustig – ernster – extrem lustig geschwankt hatten. Mittlerweile hat er sich hier jedoch konsolidiert und versucht, eine für Redakteur und Leser gleichermaßen annehmbare Schiene zu finden.

Die restlichen Programmpunkte bis zum Abendessen schwänzte ich dann wieder, aber es gab auch abseits der Bühne immer wieder Gelegenheit, sich zum Beispiel mit Bolli oder Eckhard Schwettmann zu unterhalten. Auch die anderen Ehrengäste waren immer präsent und „publikumsnah“, wie etwa Achim Mehnert, Götz Roderer, Stefan Lechner oder Michael Nagula.

Für das Abendessen konnte man sich bereits zu Beginn des Tages ein Essen vorreservieren lassen, das dann in einem Extraraum der angeschlossenen Gaststätte serviert wurde. Auch diese sehr exotisch angepriesenen Speisen entpuppten sich dann zum Glück als sehr gute Hausmannskost. Einige Ertruserabkömmlinge beschwerten sich zwar, daß der Lachs gut, aber wenig, war, doch im allgemeinen waren die Portionen reichlich

40 Euro für einen Sch***hammer?

Im Anschluß an das Essen ging es wieder zurück in den großen Veranstaltungssaal. Dort würde uns jetzt Bernhard Stoessel zeigen, wo der Hammer hängt. Zunächst gab es jedoch noch eine Besichtigung der Versteigerungsobjekte, und man merkte sich gleich die Dinge vor, bei denen man dann sein Glück versuchen wollte.

Ausgerufen wurden die meisten Positionen mit 1 Euro und gingen teilweise sehr günstig weg. Bernhard Stoessel war offenbar in seinem Element, fegte über die Bühne und zog eine rasante und spannende Show ab. Zwischendurch versteigerte er ganz spontan einen Kuß von Rita, den Andy Schmid für sich gewann, und er animierte die Leute gekonnt, mitzubieten. Auch die Zeichnungen von Alfred Kelsner und Michael „Witti“ Wittmann fanden guten Anklang, waren jedoch zu sehr erschwinglichen Preisen zu haben. Den PERRY RHODAN-Sekt gab es im Doppelpack, und so kamen sowohl der Gewinner als auch der Verlierer der Auktion zum perlenden Traubensaft.

Ganz zuletzt kam sogar der Hammer unter den Hammer, der von allen Ehrengästen signiert worden war. Bei 10 Euro meinte der Auktionator noch, daß das viel zu wenig für einen so guten Hammer sei, bei 40 Euro verlor er jedoch die Fassung, daß jemand soviel für dieses Ding zu zahlen bereit sei (der „Jemand“ war übrigens Andy Schmid)

Danach gab es zum Ausspannen einen Videofilm an der Leinwand, der allerdings die Lachmuskeln gehörig strapazierte. Was zunächst als Stammtischrunde der lokalen Fans begann, wurde bald zu einem Rückblick in die 60er-Jahre zu einer Autorenkonferenz, bei der unter anderem K.H. Scheer, Clark Darlton oder Kurt Mahr anwesend waren. Die „Altvorderen“ wurden von ihren Fans äußerst treffend und gekonnt dargestellt. Sehr köstlich Clark Darlton, der immer mit einer Gucky-Stoffpuppe (die von Iltu dargestellt wurde) spielte und K.H.Scheer, der sich seine Technik nicht madig machen ließ. H.G. Francis war leider nicht dabei, da er im Tonstudio eingesperrt worden war.

Setzen, nicht genügend!

Zum Abschluß des Abends mußten sich Robert Vogel, Michael Nagula, Klaus Bollhöfener und Leo Lukas der USO-Aufnahmeprüfung stellen. Es waren knifflige Fragen zu beantworten, bei denen die Prüflinge nur wenige Punkte erreichen konnten. Etwas besser schnitten sie beim anschließenden Wörter-Erraten ab, bei dem immer ein Begriff auf das Flip-Chart gezeichnet wurde und dann zu entschlüsseln war. Klaus betätigte sich dabei als Zeichenkünstler, dessen Hinweise von den anderen immer gut erkannt wurden, nur bei seinem Schlumpf taten sie sich etwas schwer. Leo ließ sich nicht abhalten, auch seinerseits den Prüfern Fragen zu stellen, sehr zum Gaudium des Publikums („Was steht auf der Wiese, frißt Heu und sieht vorne und hinten gleich gut?“ – Eine blinde Kuh ....)

Ob sie die Aufnahmeprüfung bestanden hatten, könnte ich jetzt gar nicht mehr sagen, aber bei den drei oder vier Punkten, die am Schluß auf der Tafel waren, kann ich es mir nicht vorstellen.

Als Belohnung gab es dann ein gemütliches Zusammensitzen im benachbarten Lokal. Große Müdigkeit in den Gliedern und die Aussicht, ohne Auto nächtens zwei Kilometer durch den Wald zum Quartier zurückzumarschieren, ließ uns dann frühzeitig aufbrechen. Außerdem stand noch das große Einpacken für den nächsten Tag an und es galt, alle Einkäufe irgendwie unterzubringen.

Morgenstund’ hat Gold im Mund

Die Tagwache begann heute zwar etwas später, aber nicht spät genug, um den ersten Teil des Frühstücks bewußt mitzuerleben. Erst nach dem zweiten Butterkipferl und der dritten Tasse Kaffee sah ich Manfred, Bettina und Martin am Tisch sitzen, auch Ernestine gesellte sich noch dazu.

Beim anschließenden Bepacken des Autos stellte sich rasch heraus: Wir bringen nicht alles unter! Da keiner hier bleiben oder zu Fuß den Heimweg antreten wollte, beschlossen wir, die bereits gekauften Bilder per Post nachschicken zu lassen und uns bei den heutigen Einkäufen sehr einzubremsen. Das war aber nicht einfach, da man gerade am Ende einer Veranstaltung oft noch Schnäppchen ergattern kann, wie ich zum Beispiel ein gerahmtes PERRY RHODAN-Bild, das ich mit einer spontanen Entscheidung einem anderen Fan wegschnappte (sorry!). Auch ein Display Sammelkarten gesellte sich noch dazu, ansonst waren wir jedoch sehr brav.

Als erster Programmpunkt stand die Signierstunde auf der Tagesordnung. Hubert Haensel samt Familie war erst heute eingetroffen und saß deshalb frisch und als Erster bei den Tischen, während sich die anderen etwas später dazuquälten. Rasch bildete sich eine kleine Schlange, und man klapperte sehr gesittet der Reihe nach die Ehrengäste ab. Die meisten waren noch anwesend und signierten Romane, Bücher und Karten.

Kinder, bitte weghören!

Nachdem alle Fan-Wünsche befriedigt worden waren und auch der Händler Wolfgang Kratz einen Bananenkarton voll Romanen und Taschenbüchern durch Signaturen preislich aufwerten ließ, begann der Vortrag von Hubert im Nebensaal – „Vom Fan zum Autor“

Der Autor erzählte von den Anfängen des Schreibens, seinen Probleme mit der Redaktion, seinen Arbeitsmittel und von seiner Familie, die ganz vorne im Publikum saß und sich köstlich amüsierte. Auch über die Jugendzeit wußte er einiges zu berichten, als er etwa selbst gebastelte Raketen in die Luft gesprengt hatte oder wie sein erstes angenommenes Manuskript stundenlang unausgepackt liegen blieb, weil er noch nicht ausgeschlafen war.

Zum Abschluß gab er eine uralte Story aus seinen Anfangstagen des Schreibens zum Besten, der die Fans gespannt lauschten und deshalb auch keinen Abbruch durch Lt. Thaddäus Softegg wegen Überschreitung der Redezeit duldeten.

This is the end, my friend

Langsam, aber sicher, neigte sich für uns der Con dem Ende zu. Während im Hauptsaal ein Vortrag der Sternwarte München lief, nutzen wir die Zeit, um noch einen Rundgang durch das Veranstaltungsgebäude zu machen, die letzten Einkäufe zu erledigen und bereits die ersten Hände zum Abschied zu schütteln. Im hintersten Saal nahm Andreas Adamus bereits seine Bilder ab und verteilte die verkauften Stücke an die Fans, während die Sammelkartenspieler so wie schon seit drei Tagen noch immer an ihren Tischen zu finden waren.

Auch im Händlerbereich begannen bereits die Aufbrucharbeiten und man konnte noch das eine oder das andere Schnäppchen erstehen, das die Händler nicht mehr einpacken wollten. Letzte Fotos wurden geschossen, bevor wir unseren Tisch räumten und zum Glück wenigsten hier weniger mitnehmen mußten als wir hergebracht hatten. Es wurden doch einige Fanzines verkauft, und das Infomaterial im Ständer war ebenfalls deutlich weniger geworden. Fast hätten wir die Plakate und Bilder an der Wand und eine Speisekarte vergessen, aber letztendlich hatten wir unsere Siebensachen beisammen. Mit im Gepäck war natürlich die Interessentenliste für den Zielstern-Con, auf der sich etliche Fans eingetragen hatten, aber auch in mehreren Gesprächen wurde angedeutet, daß großes Interesse an diesem Con bestehen würde. Nun ja, die Planungen sind im Gange, und es wird sich sicher für jeden deutschen Fan lohnen, eine Reise nach Wien zu unternehmen!

2004 - Wo, bitte, geht’s hier nach Passau?

Die letzten Einkäufe im Auto unterzubringen, war das reinste Kunststück, und daß wir selbst auch noch hineingepaßt hatten, das reinste Wunder. Aber wir waren sicher nicht die Einzigen, denen es so ergangen war, denn der einzige Bankomat in der Gegend spuckte zuletzt nur mehr 5-Euro-Scheine aus.

Gegen halbzwölf Uhr ließen wir das Con-Gebäude hinter uns und traten die Heimreise an – dachten wir zumindest. Auch für die Rückfahrt gab es wieder einen schönen Ausdruck aus map24.de, das ich zu Beginn so lobend erwähnt hatte. Wir fuhren also los und landeten auf einer der unzähligen Autobahnen, die es laut Plan gar nicht geben dürfte. Okay, also retour, Abfahrt runter, Abfahrt rauf, weiter geht es. Wir fuhren und fuhren, und waren plötzlich bei der Abfahrt Schwanstetten. Manfred verlor schon etwas die Nerven, als wir dann wieder in die Gegenrichtung fuhren und die Strassen nach wie vor ganz anders waren als auf unserem Plan. Ein paar Blumenpflückerinnen am Straßenrand brachten uns schließlich auf die richtige Fährte bzw. Straße und so waren wir in der glücklichen Lage, doch noch am selben Tag, wenn auch spät, nach Wien zurückzukehren.

Fazit: Ein schöner Con, der mit großem Aufwand und originellen Ideen liebevoll gestaltet wurde. Die Veranstaltung hätte sich mehr Gäste verdient, war aber immer gut besucht und bot eine angenehme Atmosphäre. In zwei Jahren ist es wieder soweit!


Hier geht es noch zum Fotoalbum! Die Fotos stammen von Martin und Erich - bei weiterer Verwendung bitte um kurze Info sowie Quellenangabe.

Natürlich gibt es auch Fotos vom Veranstalter bzw. werden auf dort auch Links zu weiteren Fotoseiten aufgelistet. Wenn ihr auf das folgende Banner klickt, kommt ihr auf die Con-Seiten des PRC ARGE FESTAK.

Infos der Veranstalter zum Con-Buch und der Con-DVD (Sketch Autorenkonferenz) findet ihr hier

 

PERRY RHODAN-Index HOMEPAGE P.R. Cons und Events